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Der Schulträger

Förderkonzept

gleisebDas Förderkonzept des Gymnasium Andreanum

Auf Initiative der Steuergruppe des Gymnasium Andreanum ist im Frühjahr 2012 die aus Eltern- und Schülervertretern sowie Kolleginnen und Kollegen bestehende Arbeitsgruppe „Fördermaßnahmen" eingesetzt worden.

Diese Arbeitsgruppe hat die bereits seit längerer Zeit am Gymnasium Andreanum etablierten Fördermaßnahmen einer kritischen Betrachtung unterzogen, Vorschläge für eine Ergänzung des Förderangebotes entwickelt und auf diesem Hintergrund einen Überblick über das gesamte Förderkonzept erstellt. Dabei ist anzumerken, dass das dargestellte Gesamtkonzept, zumal es auch einzelne noch in der Entwicklung befindliche Bausteine enthält, nicht als abgeschlossen betrachtet werden darf. Es wird immer wieder Anpassungen und Ergänzungen geben müssen. So ist beispielsweise die in der Arbeitsgruppe aufgeworfene Idee der Lernbüro-Arbeit bislang noch nicht in der Weise weiterentwickelt worden, dass sie in das Förderkonzept hätte eingehen können.

 

I. Die fachliche Förderung

 

Das Gymnasium Andreanum hält für seine Schülerinnen und Schüler altersabhängig unterschiedliche Angebote zur fachlichen Förderung bereit.

  1. Für die Kernfächer wird von je einer Fachlehrkraft wöchentlich ein Förderunterricht
    angeboten, der jeweils 60 Minuten dauert. Die Teilnahme an diesem Förderunterricht ist jeweils für ein Quartal geplant, kann aber gegebenenfalls auch verlängert werden.
    Angeboten wird der Förderunterricht ...   
  • für die Fächer Deutsch und Mathematik für den 5. und 6. Jahrgang (Beginn im 5. Jahrgang erst nach den Herbstferien),
  • für das Fach Englisch für den 6. Jahrgang,
  • für das Fach Latein für den 6. bzw. 7. Jahrgang (jeweils für die Schülerinnen und Schüler, die im zweiten Jahr Latein haben).

      Die Zuständigkeit für die inhaltliche Ausgestaltung des Förderunterrichts liegt bei den ent-    

      sprechenden Fachkonferenzen.

  1. Für etwas ältere Schülerinnen und Schüler ist die Fördermaßnahme „Schüler fördern Schüler" zur fachlichen Unterstützung vorrangig in den Kernfächern vorgesehen. Die-
    ses Förderangebot ist noch in der Entwicklung begriffen, soll aber zügig umgesetzt werden. Grundgedanke der Fördermaßnahme ist es, ...
  • dass ältere Schülerinnen und Schüler, deren fachliche Eignung seitens ihrer Lehrerinnen und Lehrer bestätigt worden ist, für jüngere Schülerinnen und Schüler eine auf acht Sitzungen beschränkte Fördermaßnahme durchführen,
  • dass dieser Förderunterricht entweder als Einzelmaßnahme oder für eine Kleingruppe von maximal drei Teilnehmern durchgeführt wird,
  • dass die unterrichtenden Schülerinnen und Schüler (angeleitet) den Verlauf der Fördermaßnahme dokumentieren,
  • dass die Kosten und Vergütungen einheitlich geregelt sind und von der Schule verwaltet werden.
  1. Für Schülerinnen und Schüler des 8. bis 11. Jahrgangs gibt es für die Fächer Latein und Mathematik ergänzende Förderangebote, um Lerndefizite auszugleichen. Dieser Unterricht, der zum Teil am Sonnabend, zum Teil im Anschluss an den Unterricht stattfindet, wird von Fachlehrkräften betreut. Die Teilnahme ist freiwillig und kann sich auch auf einzelne der angebotenen Termine beschränken. Ein solches Angebot gibt es zurzeit für das Fach Latein im 8. und 9. Jahrgang und für das Fach Mathematik im 9. und 10. Jahrgang. Zusätzlich wird in den letzten Tagen der Sommerferien ein Auffrischungskurs Mathematik für den Jahrgang Q1 angeboten.
  1. Unabhängig von den genannten Angeboten gibt es eine von einer Lehrkraft betreute Nachhilfe-Börse, die es erleichtern soll, private fachliche Unterstützung zu organisieren.

 

II. Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung

 Wie alle Schulen in Trägerschaft der ev.-luth. Landeskirche Hannovers verfügt auch das Gymnasium Andreanum über einen Schulsozialpädagogen. Dank dieser Tatsache kann die Schule im Verbund mit dem Beratungsangebot der WaBe, der Unterstützung der beiden schuleigenen Mediatoren sowie der Beratungslehrkräfte eine breite Palette unterschiedlicher Maßnahmen zur Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung anbieten.

Hierbei wird zum einen der Schwerpunkt auf die Förderung Einzelner, zum anderen auf die Förderung von Gruppen und Klassen gelegt.

Das Beratungs- und Unterstützungsangebot richtet sich in erster Linie an einzelne Schülerinnen und Schüler, aber auch an deren Eltern und Lehrer. Diese können bei Problemen schulischer oder privater Natur (z. B. Mobbing, Erziehung, Partnerschaft, Konflikte unterschiedlicher Art) dieses Angebot in Anspruch nehmen.

Die Beratungsgespräche finden vertraulich und unter Berücksichtigung der Schweigepflicht nach §203 StGB statt. Je nach Problemlage kann auf Wunsch auch der Kontakt zu außerschulischen Einrichtungen wie Erziehungsberatungsstellen, Psychologen etc. hergestellt werden. Freiwilligkeit, Niedrigschwelligkeit, Vertraulichkeit und gute Erreichbarkeit sind wichtige Hauptmerkmale der Schulsozialarbeit.

Der zweite Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Gruppen und Klassen. Durch verschiedene Angebote werden Fähigkeiten wie Sozialkompetenz, Kooperation und Kommunikation geschult. So führt der Schulsozialarbeiter in allen 5. Klassen regelmäßig SOL-Stunden, in denen die soziale Kompetenz und die Klassengemeinschaft gefördert werden, durch. Außerdem gibt es im Bereich Gewaltprävention das Angebot eines Konflikttrainings. Darüber hinaus werden bedarfsorientiert Projekte, die auf Drogen- oder Mobbingprävention ausgerichtet sind, angeboten.

Ergänzt werden diese Förder- und Hilfsmaßnahmen durch ein niedrigschwelliges Angebot:

Im Freizeitraum der Schule können die Schülerinnen und Schüler in ungezwungener Atmosphäre bei Spielen oder anderen gemeinsamen Pausenaktivitäten Kontakt zueinander und zum Schulsozialarbeiter aufbauen und intensivieren. Dies ist oft ein erster Schritt für spätere Beratungsgespräche, die je nach Situation auch in Abstimmung mit dem Beratungsangebot der WaBe und den Beratungslehrerinnen stattfinden.

Schließlich sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass auch das diakonische Praktikum, das alle Schülerinnen und Schüler am Ende der 10. Klasse als dreiwöchiges Blockpraktikum absolvieren, eine nachhaltige Bedeutung für die Entwicklung und Reifung der Persönlichkeit haben kann und oft auch hat.

 

III. Förderung besonderer Begabungen

Auch über den Fachunterricht hinaus hält das Gymnasium Andreanum eine Vielzahl von Angeboten bereit, die auf eine Förderung besonderer Talente und Begabungen zielen. Im Wesentlichen geschieht dies durch AG-Angebote[1] und Wettbewerbe, daneben gibt es aber auch fachspezifische Förderungsangebote.

Dem Profil der Schule entsprechend gibt es ein vielfältiges Angebot an Arbeitsgemeinschaften, die dem musisch-künstlerischen Bereich zuzuordnen sind (Chöre, Instrumentalgruppen, Orchester, Theater- und Musical-AG, AG Töpfern, Patchwork-AG, Homepage-AG ...). Ergänzt wird diese Arbeit durch eine Kooperation mit der Musikschule, durch die auch Instrumentalunterricht der Musikschule in den Räumen des Gymnasium Andreanum stattfinden kann. Die vielfältigen musikalischen Aktivitäten der Schülerinnen und Schüler, die auch durch jährlich stattfindende Chor- und Orchestertage gestützt werden, spiegeln sich für die Schulgemeinschaft u. a. in der Adventsvesper und im Sommerkonzert wider. Auch die Teilnahme an Wettbewerben wird unterstützt. Insbesondere gibt es alljährlich einen schulinternen musischen Wettbewerb, der mit einem Preisträger-Konzert abgeschlossen wird.

Auch im Bereich der Kunst werden besondere Begabungen über den Fachunterricht hinaus durch Arbeitsgemeinschaften (wie die bereits genannte AG Töpfern, Patchwork-AGund Homepage-AG) gefördert. Durch ein von den Kunstlehrern durchgeführtes Auswahlverfahren werden regelmäßig Schülerinnen und Schüler (zurzeit vorrangig aus dem 8. Jg.) ermittelt, die die Möglichkeit erhalten, für einen begrenzten Zeitraum an der Hildesheimer KBF (Kunst-Begabungs-Förderung) teilzunehmen. Dort werden sie gezielt in verschiedenen Praxisbereichen von Kunstlehrern und Hochschuldozenten gefördert. Darüber hinaus werden die Schülerinnen und Schüler oft in künstlerische Projekte und Wettbewerbe einbezogen, wie sich zum Beispiel aus der projektbezogenen Kooperation mit einer Hochschule oder anderen Einrichtungen in der Region ergeben. Ein Beispiel, das für viele andere steht, war das Projekt „Schokolade in Acryl“, das 2011 in Kooperation mit der HAWK stattgefunden hat.

Die Theater-AG und die Musical-AG setzen ohne unmittelbaren Bezug zum Unterricht eines bestimmten Faches eigene Akzente, indem sie Schülerinnen und Schüler helfen, bei der Erarbeitung von Inszenierungen entsprechende Talente zu erkennen und weiterzuentwickeln.

Im Bereich der Sprachen besteht die Möglichkeit, bereits im normalen Pflicht- bzw. Wahlpflichtunterricht bis zu vier der fünf Fremdsprachen Englisch, Latein, Französisch, Griechisch und Italienisch zu erlernen. Darüber hinaus gibt es für den 9. und 10. Jahrgang die Möglichkeit, im Rahmen einer AG Spanisch zu erlernen. Der Unterricht im Fach Französisch wird zudem durch eine AG ergänzt, die es ermöglicht, die DELF-Prüfung abzulegen. Die alten Sprachen, aber auch die modernen Fremdsprachen unterstützen die Schülerinnen und Schüler, die an den entsprechenden Sprachwettbewerben teilnehmen. Bei diesen jährlich stattfindenden Wettbewerben haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Schule als überaus erfolgreich erwiesen. 

Die Entwicklung und Förderung besonderer Begabungen geschieht im Bereich Sport in bemerkenswert breiter Weise durch Arbeitsgemeinschaften (Kanu-AG, Schwimm-AG, Fußball-AG, Handball-AG …), aber auch durch Kurse (Surfkurs,Skikurs) sowie durch die Teilnahme an zahlreichen Wettkämpfen („Jugend trainiert für Olympia“, diverse schulinterne und regionale Turniere).

Bereits seit etlichen Jahren haben sich am Gymnasium Andreanum auch im Bereich der Naturwissenschaften, der Mathematik und des Faches Erdkunde freiwillige Angebote etabliert, die auf das Wecken spezifischer Interessen und ihre Förderung zielen. Dazu gehören die Arbeitsgemeinschaften (AG Elektronik, Chemie-AG, Mathematik-AG, Robotik-AG, Garten-AG …) sowie die einschlägigen Wettbewerbe. Gerade bei den Wettbewerben „Schüler experimentieren“ und „Jugend forscht“ haben sich die Schülerinnen und Schüler des Gymnasium Andreanum in herausragender Weise profilieren können. Alljährlich im Herbst findet für interessierte Schülerinnen und Schüler auch die auf einer überregionalen Kooperation mit anderen Schulen beruhende Forscherwoche statt.

Über die genannten Maßnahmen hinaus sind auch andere Wettbewerbe fest im Schulleben verankert worden, so beispielsweise der Landeswettbewerb Religion, an dem seit vielen Jahren Schülerinnen und Schüler unterstützt durch ihre Religionslehrkräfte mit Erfolg teilgenommen haben. Mit dem Wettbewerb „Jugend debattiert“ wird gerade dem Kanon der etablierten Wettbewerbe ein neuer Akzent hinzugefügt.

Eine Erprobung der eigenen Managementfähigkeiten bietet sich den Schülerinnen und Schülern des Jahrgangs Q1 durch die Mitarbeit in der Schülerfirma sowie durch die Teilnahme am „MIG-Projekt“ (Management Information Game), bei dem sie im Rahmen eines mehrtägigen Simulationsprojekts ihre Fähigkeiten zu unternehmerischem Planen und Handeln erproben und weiterentwickeln können.

 

IV. Fächerübergreifende sowie unterrichtsbezogene Bausteine

Der Anstoß, fachliche Fördermaßnahmen zu erwägen, wird im Regelfall von den Fachlehrkräften der Unterrichtsfächer oder von den Eltern der betreffenden Schülerinnen und Schüler ausgehen. Um darüber hinaus umfassenderen Förder- bzw. Unterstützungsbedarf zu erkennen und entsprechende Angebote in Betracht zu ziehen, finden zweimal pro Schuljahr für alle Klassen pädagogische Klassendienstbesprechungen statt.

Das Gymnasium Andreanum weist dem methodischen Lernen einen so hohen Stellwert zu, dass es dafür ein eigenes Konzept für das methodische Lernen entwickelt hat. Dieses sehr breit angelegte Konzept ordnet dem Fachunterricht verschiedener Fächer in den einzelnen Jahrgangsstufen unterschiedliche Aufgaben der Vermittlung oder auch der Überprüfung methodischer Kompetenzen zu, sodass spätestens mit dem Eintritt in die Qualifikationsphase der Oberstufe den Schülerinnen und Schülern ein umfassendes methodisches Rüstzeug zur Verfügung stehen sollte. Im 5. und 6. Jahrgang finden regelmäßig Methodentage statt, die auf die Vermittlung grundlegender fächerübergreifender Kompetenzen zielen. In diesem Zusammenhang findet für den 6. Jahrgang (im Computerraum) auch ein Schreibmaschinenkurs statt, der die Schülerinnen und Schüler in die Zehnfingertechnik des Maschinenschreibens einführt.

Einen besonderen Förderbedarf sieht die Schule in der Unterstützung der Schülerinnen und Schüler mit einer Schwäche im Lesen und Rechtschreiben. Zurzeit wird die Umsetzung eines entsprechenden Trainings vorbereitet, das möglicherweise den bisherigen Förderunterricht im Fach Deutsch grundlegend verändern bzw. ersetzen wird.

Dieser  Beitrag liegt auch im Downloadbereich als PDF-Datei bereit.

 


[1] Angesichts der Vielzahl unterschiedlicher Arbeitsgemeinschaften und regelmäßig durchgeführter Wettbewerbe ist es nicht möglich, eine umfassende Darstellung aller Fördermaßnahmen in die Gesamtschau aufzunehmen. Die genannten Arbeitsgemeinschaften und Wettbewerbe sind daher als exemplarische Beispiele zu verstehen.