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Der Schulträger

33 Schulen stellen sich hinter den RBG-Leiter

Schulleiter gegen rechts

„Zu Unrecht ungeheuerlichen Anfeindungen ausgesetzt“: Direktoren und Rektoren beziehen Stellung zu Hetze gegen René Mounajed 

Von Christian Harborth 

Hildesheim. Ein breites Bündnis aus Schulen aus dem Landkreis Hildes- heim stellt sich hinter den rassistisch angegriffenen Leiter der Robert- Bosch-Gesamtschule, René Mounajed. „Die Vorkommnisse und verbalen Entgleisungen um die Unesco- Fotoaktion ,Wir sind mehr’ an der RBG schockieren uns, aber machen uns nicht sprachlos“, schreiben 33 Schulleiter in einem offenen Brief.
15 Vertreter von Bildungseinrichtungen kamen gestern Mittag zudem zur RBG, um dem Gesamt- schuldirektor demonstrativ den Rücken zu stärken. 

Mounajed war nach der Fotoaktion heftig auf einer islamfeindlichen Internetseite angegriffen worden. „Der Name dieses Schulleiters stinkt für mich förmlich nach Überfremdung und Islamisierung, sowie Landnahme durch Fremdkultur“, hetzte etwa der Nutzer „Erbsensuppe mit fettem Schweinefleisch“ auf der Internetseite. 

Unter anderem diesen Eintrag hat Mounajed wie berichtet zum Anlass genommen, Anzeige zu erstatten. Inzwischen ermittelt der Staatsschutz wegen Volksverhetzung und Beleidigung. Kultusminister Grant Hendrik Tonne hatte gegenüber der HAZ ebenfalls angekündigt, über die Landesschulbehörde Anzeige erstatten zu wollen. Ermittlungserfolge liegen laut Polizei Hildesheim noch nicht vor. 

Die Vorgänge sind ungeachtet der Arbeit der Ermittlungsbehörden zu einem der Hauptthemen an vielen Schulen in Stadt und Landkreis geworden. Am Scharnhorstgymnasium etwa setzen sich Schüler, Lehrer und Eltern seit drei Tagen mit der Hetze gegen Mounajed auseinander. „Das hat sich in den vergangenen Tagen immer weiter entwickelt“, sagt Schulleiter Marcus Krettek. Er war zusammen mit Stephan Speer vom Gymnasium Himmelsthür eine der treibenden Kräfte hinter dem offenen Brief. 

Die Leiter der weiterführenden und berufsbildenden Schulen aus Stadt und Landkreis Hildesheim stünden unmissverständlich zum Recht der Schüler, sich für die Men- schenwürde einzusetzen und gegen Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung zu äußern, heißt es in dem Brief zur Fotoaktion. „Darum bekunden wir offen unsere nachdrückliche Solidarität mit unserem Kollegen Herrn René Mounajed, der zu Unrecht ungeheuerlichen Anfeindungen ausgesetzt ist.“ 

Mehrere Schulen haben angekündigt, sich intensiver mit der Thematik beschäftigen zu wollen. „Wir sind ja gerade dabei, Schule gegen Rassismus zu werden“, sagt etwa Rainhard Patzfahl von der Geschwister-Scholl-Schule. Allein aus diesem Grund werde die Hauptschule an dem Thema bleiben. Die RBG hat bereits angekündigt, ein Toleranzfestival auf die Beine stellen zu wollen. Mounajed freute sich gestern über die Unterstützung. „Es könnte ja schließlich jeden von uns treffen.“ 

 © Archiv Hildesheimer Allgemeine Zeitung [HAZ ], 17.11.2018