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Der Schulträger

Immer mehr Schulen verbieten Whatsapp

Landesdatenschützer: „Einsatz für schulische Zwecke ist nicht zulässig“ / Mehrere Einrichtungen sind auf der Suche nach guten Alternativen

 

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 Die Alternative zu Whatsapp am Andreanum: IServ

 

 

Von Christian Harborth

 

Hildesheim. Immer mehr Hildesheimer Schulen verzichten auf die Nutzung des Kurznachrichtendienstes Whatsapp. Nach einem Rundschreiben der niedersächsischen Datenschutzbeauftragten Barbara Thiel haben viele Schulleiter ihren Lehrern die Nutzung untersagt. „Aus datenschutzrechtlicher Sicht wird der Einsatz von Whatsapp für schulische Zwecke als nicht zulässig angesehen“, heißt es in dem Schreiben.

Als problematisch stuft die Behörde dabei vor allem den Austausch personenbezogener Daten ein, die zusammen mit den Nachrichten an den oder die Empfänger geschickt werden. Ohne es vielleicht zu wissen, schicke man zum Beispiel die gesamten Informationen des eigenen Telefonbuchs im Handy an die Empfänger. „Wir wissen, dass Facebook diese Informationen ,speichert, aber wir wissen nicht, wie der Konzern mit den Daten umgeht“, sagt Johannes Pepping, Sprecher von NiedersachsensDatenschützern.

Dieser Argumentation hat sich bisher keine der von der HAZ befragten Schulen verschlossen. „Wir haben deshalb als schulische IT-Lösung IServ eingeführt, worüber eine gesicherte Kommunikation möglich ist, sowohl zwischen den Lehrkräften als auch zwischen Lehrkräften und Schülern“, sagt etwa Dirk Wilkening, Leiter des Gymnasiums Andreanum.

Auf IServ, einen kostenpflichtige Schulserver, der den Aufbau eines Schulnetzwerks ermöglicht, setzen inzwischen viele Hildesheimer Schulen, unter anderem die Renataschule, die Michelsenschule, die Robert-Bosch-Gesamtschule und das Goethegymnasium. „Jeder hat bei uns eine eigene schulische Mailadresse, die für Mitteilungen genutzt werden kann“, erklärt Gisela Jäschke, die stellvertretende Leiterin des Goethegymnasiums.

Auch die Albertus-Magnus- Schule hat die dienstliche Nutzung von Whatsapp untersagt. „Wir sind auf der Suche nach einem Messenger, der die Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern erleichtert, aber gleichzeitig den Anforderungen des Datenschutzes standhalten kann“, sagt Schulleiter Klaus Sagermann. Bis dahin nutzten Schüler wie Lehrer aus dem Brühl die Möglichkeiten über die schuleigenen E-Mail-Adressen. „Allerdings werden diese von den Schülern nicht so häufig gelesen wie die Whatsapp-Nachrichten.“

Von den Änderungen sind vielerorts auch weitere schulische Gruppen betroffen. „Die üblichen Whatsapp-Gruppen der Schülervertretung wurden ebenfalls sofort eingestellt, weder die Kollegen noch ich sind noch in einer dieser Gruppen aktiv“, sagt etwa Melanie Mademann, Leiterin der Renataschule.

An manchen der Bildungseinrichtungen wird offenbar auch munter experimentiert. Das Gymnasium Himmelsthür probiert es über die schulinterne Moodle-Plattform, die Oskar-Schindler-Gesamtschule mit dem Messenger „Schulcloud“ von HeinekingMedia. Manch ein Schulleiter geht aber davon aus, dass Whatsapp aus „Gründen der Bequemlichkeit“ trotzdem mancherorts weitergenutzt wird. „Hier wird sich ein erhöhtes Problembewusstsein wohl erst mit der Zeit entwickeln“, sagt Andreanum-Direktor Wilkening.

 

Alternativen für Whatsapp
Wer einen anonymen Messenger mit hohen Datenschutzstandards sucht, wird bei Hoccer und Threema fündig. Beide verlangen keine Daten bei der Registrierung und halten sich anstrenge deutsche und schweizerische Datenschutzrichtlinien. Das Adressbuch wird nicht synchronisiert und nicht mit bereits vorhandenen Messenger-Nutzern abgeglichen. Wenn doch Daten anfallen, werden diese schnell wieder gelöscht. jaz

© Archiv Hildesheimer Allgemeine Zeitung [HAZ ], 10.12.2018