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Der Schulträger

Junge Forscher unterwegs in Bayern

Forscherwoche 2019 Bild 3Die Forscherwoche wurde dieses Jahr vom Max-Born Gymnasium in Germering in Bayern ausgerichtet. Daher begann für uns der Montag recht früh mit einem Treffen in der Eingangshalle des Hildesheimer Bahnhofs, von wo aus unser Zug nach Göttingen fuhr. Dort trafen wir auf die Forschergruppe aus Bremen, worüber wie uns riesig freuten, da wir viele alte Bekannte trafen, die wir größtenteils schon im letzten Jahr kennen gelernt hatten.

 

Die Jungforscher unter der ISS

 

Angekommen im schönen München, begann unsere Forscherwoche mit einem gemeinsamen Networking-Dinner, bei dem alle Teilnehmer die Gelegenheit hatten sich mit den Sponsoren der Forscherwoche über bestimmte Berufsfelder und Praktikumsmöglichkeiten auszutauschen.

 

Forscherwoche 2019 Bild 2Anschließend hörten wir unseren ersten wissenschaftlichen Vortrag von Prof. Dr. Volker Grewe mit dem Thema „Klimawandel – das 1,5°C Ziel und Handlungsoptionen am Beispiel des Luftverkehrs aus wissenschaftlicher Sicht“  dabei erfuhren wir, wie durch kleine Optimierungen der Flugstecken die Schäden an der Atmosphäre durch einen starken CO– Ausstoß zumindest ein wenig verringert werden könnten. Eine angeregte Diskussion über den Klimawandel rundete diesen spannenden Vortrag ab.  
Die Hildesheimer vor dem Forschungsflugzeug.

 



Spät abends und schon etwas müde, fuhren wir dann ins „Haus International“ in der Innenstadt, in dem wir die nächsten Tage übernachteten. Die Gruppen auf dem Zimmern waren bunt durchmischt, um das Gemeinschaftsgefühl zwischen den verschiedenen Schulen aus ganz Deutschland zu stärken.

Am Dienstag klingelte der Wecker erneut um 6 Uhr morgens, weil wir das School Lab im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) besuchten wollten. Zunächst wurden wir in kleinere Gruppen eingeteilt und führten dann verschiedene Experimente und Workshops durch.

Forscherwoche 2019 Bild 5


Lisa Jörren besuchte z. B. den Workshop „Earth Observation“, bei dem Umweltveränderungen durch den Klimawandel anhand von Satellitenbildern untersucht wurden. Dabei schauten wir uns den Rückgang der Gletscher und die Rodung der Wälder im Sattelitenbild an und berechneten über verschiedenfarbige Einfärbung dieser Bilder die prozentuale Abnahme des Regenwaldes bzw. der Gletschermasse von 1980 bis 2003. Die Ergebnisse waren erschreckend!

 

Lisa Jörren und Lasse Liebich mit einem selbstgebauten Rhombenikosidodekaeder im iX2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Forscherwoche 2019 Bild 1


Tobias Germer, Jon Walter, Lasse Liebich und Anna Fuhrmann nahmen am Workshop „NaviSAT“ teil. Dabei besichtigten wir die Steuerzentrale des neuen europäischen Sattelitensystems GALILEO und stellten in einem Experiment Satelliten und eine Bodenstation nach, um zu verstehen, wie Koordinaten anhand von Zeit und Strecke berechnet werden.

 

Jon Walter und Ella Hennis beim Berechnen von Satellitenkoordinaten.

 

 

Forscherwoche 2019 Bild 2

Nach der Mittagspause in der Kantine gingen wir im Rahmen einer Führung in den Hangar, in dem uns insgesamt vier verschiedene Forschungsflieger gezeigt und erklärt wurden. Besonders spannend war hier der Bericht, wie die Flugzeuge beim letzten isländischen Vulkanausbruch dazu genutzt wurden, um Informationen über die ausgestoßene Staubwolke zu erhalten ohne gleichzeitig durch die extremen Bedingungen einen Absturz befürchten zu müssen.

 

Die Hildesheimer vor dem Forschungsflugzeug.

 

 

Forscherwoche 2019 Bild 4

Im Anschluss erhielten wir noch einen Einblick in das Kontrollzentrum der ISS und konnten dort live verfolgen, wie eine Kontaktaufnahme ins All funktioniert. Beeindruckend waren die Bilder, die live übermittelt wurden und uns den Sonnenuntergang im All zeigten, da hier die überraschende Dünne der Atmosphäre unserer Erde besonders gut zu erkennen war.

 

Die Leonardo-Kuppen mit Jon Walter und Ella Hennis.

 

 

 

Nach diesen großartigen Eindrücken konnten wir tatsächlich bei schönstem Wetter ein wenig die Münchener Innenstadt erkunden und hatten dabei die Aufgabe von besonderen Punkten der Stadt ein Selfie zu machen und Frau Lehrke und Frau Möller zu präsentieren. Dies waren die Feldherrenhalle, die Oper, der Marienplatz und die bekannten Bocciabahnen im Hofgarten. Sobald wir dies erledigt hatten, konnten wir die restliche Zeit nutzen, um die Stadt allein zu erkunden.


Forscherwoche 2019 Bild 7Zurück im Hotel hörten wir interessante Schülervorträge, in denen es unter anderen um die Folgen des Reaktorunglücks von Tschernobyl und den CO2-Abbau durch Algen ging. Zum Abschluss des Tages gab Herr Werner-Forster, ein Lehrer des Max-Born-Gymnasiums, einen kleinen Tanz-Crashkurs für jeden, der Lust hatte. Insgesamt war es ein sehr interessanter und schöner Tag, nach dem wir alle erschöpft ins Bett fielen.

 

Die Schüler der Forscherwoche beim Chemiepraktikum

 

 

 

Forscherwoche 2019 Bild 6Mittwoch besuchten wir in Kleingruppen, für die wir uns am Vortag eingetragen hatten, verschiedene Workshops zu den Bereichen Mathematik, Optik, Radioaktivität und Magnetik. Im Mathematik-Workshop wurde uns zuerst die mathematische Ausstellung iX2 der Technischen Universität München gezeigt, welche sowohl aus alten als auch neuen Exponaten besteht. Diese sollen helfen komplizierte mathematische Vorgänge zu visualisieren. Dort wurde uns dann die Möglichkeit gegeben, eine halbe Stunde die verschiedenen Bereiche kurz selbst zu erkunden und zu überlegen, welchen wir den anderen Teilnehmern ein bisschen vorstellen und erklären wollten.

Hildesheimer und Bremer Schüler beim Schlittschuhlauf.

 

Nach diesen kleinen Vorträgen hatten wir nochmals Zeit, uns mit den Exponaten und Modellen zu beschäftigen. Ein Großteil der Kleingruppe entschied sich, mithilfe von großen Holzleisten eine riesige Leonardo da Vinci-Kuppel zu bauen, welche man gegen Ende sogar betreten konnte. Es folgte eine Stärkungs- und Rutschpause, in der zuerst alle in der Mensa der Universität aßen und manche die Chance nutzen auf der großen Parabelrutsche, welche sich in der Universität befindet, zu rutschten. 

 

Forscherwoche 2019 Bild 9

 Anschließend besuchten wir einen Workshop zur Radioaktivität, in welchem wir zuerst einen einleitenden Vortrag erhielten und dann erneut in Zweierteams aufgeteilt wurden. Wir arbeiteten an unterschiedlichen Stationen, in welchen wir entweder mit radioaktiven Präparaten arbeiteten, radioaktive Teilchen in der Luft nachwiesen oder mit Hilfe einer Simulation die Halbwertzeit eines Elements darstellten. Nach dem leckeren Abendessen in der Jugendherberge gingen wir in den Olympia-Park zum Schlittschuhlaufen. Diese Aktion half, den Gruppenzusammenhalt zu stärken und uns noch besser kennenzulernen. Der Rückweg mutierte zu einer Nachtwanderung durch den Olympia-Park, da wir an der falschen Kreuzung abgebogen sind.

 

 

Tobias Germer als Chemiker. Sehr professionell!

 

 

 

 

 

 

Am Donnerstag, dem letzten Tag vor der Abreise, haben wir von 09:00 bis 15:00 Uhr die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) besucht. Dort haben wir in einem Schülerlabor an vielen Stationen verschiedene chemische Ereignisse erprobt und erklärt bekommen. Bei dem chemischen Praktikum haben wir zum Beispiel ökologische und umweltfreundlichere Wunderkerzen aus Strontiumnitrat, Aluminium, Eisen und Stärke selbst hergestellt und diese dann nach dem Trocknen zusammen abgebrannt. In anderen Stationen haben wir beispielsweise Gold-Nanopartikeln synthetisiert oder die Schichtdicke einer Seifenblase mithilfe des Durchmessers und der Masse gemessen. Nach einem kleinen Mittagssnack folgten weitere spannende Stationen, dabei analysierten wir z.B. die Oberfläche eines Haares mithilfe eines 23.000 Euro teuren Rasterkraftmikroskops. Nachmittags fuhren wir zum Abschluss wieder ins Max-Born-Gymnasium, wo wir erneut interessante Vorträge der Schüler aus vielfältigen Bereichen hörten. Themen hierbei waren das Leben auf dem Mond, die Reinigung des Meeres von Plastikmüll und der Wirkungsgrad von verschiedenen Ohropax. Nach einem letzten gemeinsamen Abendessen in der Schulmensa hörten wir noch einen 1,5-stündigen Vortrag von Dr. Frank Simon vom Max-Planck-Institut für Physik, in dem es um die Untersuchung der kleinsten Teilchen, den sogenannten Higgs-Teilchen, ging. Diese sind noch kleiner als Pro- bzw. Elektronen und können nur mithilfe einer unvorstellbar großen Energie erzeugt werden. Dabei wurde uns der Aufbau und die Funktionsweise des Teilchenbeschleunigers CERN bei Genf erklärt. Die darauf aufbauenden Fragen der Grundlagenforschung zum Aufbau der Materie werden vermutlich dazu führen einen neuen geradlinigen Teilchenbeschleuniger zu bauen, der in Japan in einem Felsmassiv angesiedelt werden soll. Nach dem Vortrag rauchte uns der Kopf und wir ließen, zurück im Hostel, den letzten Abend in kleinen Gruppen ausklingen.

Am Freitag, dem Abreisetag, ging unsere Gruppe zusammen mit den Bremern zum Hauptbahnhof, wo wir dann noch kurz Zeit hatten, um Proviant für die Zugfahrt zu kaufen. 

 

Forscherwoche 2019 Bild 8

 

 Die gesamte Gruppe der Jungforscher

 

Abschließend kann man sagen, dass trotz einiger anstrengender Tage auch diese Forscherwoche wieder eine enorm interessante, informative, lohnende und einzigartige Erfahrung für jeden von uns war und wir auch gerne im nächsten Jahr wieder an dieser Woche teilnehmen würden.

 

Lisa Jörren, Anna Fuhrmann, Tobias Germer, Ella Hennis, Lasse Liebich und Jon Walter