Schüler zocken an der Börse

Sieger Börsenspiel 2020
Andreaner holen Sieg beim Planspiel der Sparkasse / Harsumer sind am nachhaltigste

Von Jo-Hannes Rische 

Hildesheim. Die Börse, Aktienkurse, Fonds und Prozente – den meisten Menschen ist dieses Themengebiet fremd. Was an der Wall Street in New York gehandelt wird oder ob der Dax gerade fällt, das berührt den Alltag der wenigsten Menschen. Bedauerlicherweise, findet Karen Severit von der Sparkasse Hildesheim Goslar Peine. 

„An der Schule kommt das Thema einfach zu kurz“, findet sie. Daher hat sie vor einigen Jahren die Organisation des „Planspiels Börse“ übernommen, das die Sparkasse seit über 30 Jahren Schülern anbietet.

„Jeder muss sich mit Anlagen und Altersvorsorge auseinandersetzen“, sagt Severit. „Gerade auf die junge Generation kommt das auf jeden Fall zu.“ 

 

 

Das Spiel: Die Schüler bekommen 50 000 fiktive Euro, mit denen sie zocken können. Abgesehen vom dem unechten Verlustrisiko sind die Bedingungen sehr real. Severit: „Es wird nach der echten Börsenlage gehandelt, da muss man immer ein Auge drauf haben.“ Heißt: Bei erfolgreichen Unternehmen steigt der Wert der Aktien, bei manchen Firmen floppen die Wertpapiere durch schlechte Entscheidungen. 

Die Gewinner aus 104 Teams im Raum Hildesheim besuchen das Gymnasium Andreanum. „MMA“, bestehend aus Micha Werz, Alexander Czop und Milan Sievers, gingen nach zwei Monaten mit fast 53 000 Euro aus dem Wettbewerb hinaus. Ihre Taktik: „Wir haben am Anfang starken Verlust gemacht, also haben wir auf unterbewertete Aktien gesetzt“, sagt Werz. Die unterbewerteten Aktien gehören kriselnden Firmen. Diese Aktien sind für wenig Geld zu haben – ob sie im Wert steigen, ist unsicher. 

Der Preis für den höchsten Gewinn mit Wertpapieren nachhaltiger Firmen geht an „LEGRIS“ – Béla Sauer, Ayleen Baumann, Sascha Christoph und Leif Dietrich – von der Lamspringer Oberschule. Sie erwirt- schafteten über 1 600 Euro – mit den Aktien der Luxusmarke Kering. „Auch wir haben erst später gegoogelt, was das für ein Unternehmen ist“, sagt Sauer. Was einer Firma zum Nachhaltigkeitstitel verhilft, ist indes für Laien nur schwer ersichtlich. Kering und auch die Kosmetik-Marke Loréal gelten als nachhaltig, Tesla dagegen nicht.

Die geringer werdende Beteiligung der Schulen macht auch Organisatorin Severit Sorgen: „Nicht alle Schulen nehmen das Angebot an, oft machen immer die gleichen mit.“ Sie hofft, in Zukunft auch neue Schulen dafür begeistern zu können: „Es steht und fällt mit bestimmten Lehrern, die das Engagement an die Schüler weitergeben.“ 

 

Die Gewinner des Planspiels Börse: 

Regionalsieger, gesamt: 
Platz 1: „mma“, micha Werz, alexander czop, milan sievers; 52 964,23 euro. 
Platz 2: „börsenchecker“, domenik schmid, thorben fürstenberg, lennart Grasser, Yannik lohe; 52 798,29 euro. 
Platz 3: „telK“, tabea michaelis, elisa madert, leonhard Körtje, Kyra möbius; 52 423,84 euro. 


Sieger, Nachhaltigkeitsertrag: 
Platz 1: „leGris“, béla j. sauer, ayleen baumann, sascha christoph, leif dietrich; 1 647,77 euro. 
Platz 2: „die 3“, moritz aue, leo- nie deppe, maria heckmann; 1 348,92 euro. 
Platz 3: „the potatoe“, henrike schläger, hanne dockhorn, laura motairek; 640,10 euro. 

 

Text und Foto: Archiv Hildesheimer Allgemeine Zeitung [HAZ ], 01.02.2020