Jetzt geht es los: Andreanum vor dem Start umfangreicher Bauarbeiten

HIAZ Wilkening Wallis Bau Andreanum März 2020Von Christian Harborth

Hildesheim. Am Andreanum dürfte es in den nächsten Jahren eng werden – wenn die Bauarbeiten denn nun endlich beginnen würden. Teile des Gymnasiums am Hagentorwall sollen neu errichtet oder umgebaut werden. Während dieser Zeit müssen alle zusammenrücken. „Außerdem werden wir wohl Container aufstellen müssen, um Platz für alle Klassen zu haben“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Ruth Wallis.

Zudem bekommt die Schule wegen der Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren einen zusätzlichen Jahrgang, der ebenfalls Unterrichtsräume benötigt. Ende des Monats will die Landeskirche eine Studie vorlegen, wie der Ablauf der Arbeiten verlaufen könnte.

Das Problem dabei: Inzwischen geht es längst nicht mehr nur um Abriss und Neubau des Telemannhauses, das heute noch die Oberstufe beherbergt, sondern zudem um Brandschutzsanierungen in der kompletten und zum Teil denkmalgeschützten Schule. Außerdem sollen im Rahmen der Digitalisierung alle Räume mit großformatigen Bildschirmen ausgestattet werden.

 

 „Wir würden gern alles zusammen erledigen“
Und hier fangen die Schwierigkeiten an. Denn der Landeskirche gehört zwar das östliche Areal – alles, was hier geändert werden soll, muss und will sie auch bezahlen. Aber der westliche Teil mit dem Hauptgebäude und den beiden in Nord-Süd-Richtung abzweigenden Trakten ist im Eigentum der Stadt. Die Landeskirche möchte deshalb, dass die Stadt einen Teil der Kosten schultert. Aber das Rathaus lehnt dies ab. „Weil wir gern alles zusammen erledigen würden, verzögert sich die Gesamtmaßnahme“, sagt Schulleiter Dirk Wilkening.

Die Stadt hält an ihrer Auffassung fest, an dieser Stelle nicht zuständig zu sein. „Mit dem Vertrag vom 1. Juli 1976 unterhält die Landeskirche die Schulgrundstücke und alle Einrichtungen in eigener Verantwortung und auf eigene Kosten“, heißt es aus dem Rathaus. Die Stadt Hildesheim wiederum beteilige sich an den laufenden Sachkosten der Schule mit 50 Prozent. Größere Instandsetzungen fielen ausdrücklich nicht darunter, heißt es in einer Stellungnahme wörtlich.

6,5 Millionen Euro standen schon bereit
Wilkening hatte schon vor Jahren angekündigt, dass der Abriss des Telemannhauses unmittelbar bevorsteht. Die erforderlichen 6,5 Millionen Euro hatte die Landeskirche schon zur Verfügung gestellt. „Die Summe war für Abriss und Neubau des Telemannhauses vorgesehen. Das Geld hätte aber jetzt aufgrund der Baukostensteigerungen nicht mehr gereicht“, sagt Johannes Neukirch, Sprecher der Landeskirche.

Auch Wilkening und seine Stellvertreterin Wallis gehen davon aus, dass die anstehenden Kosten die vor drei Jahren bewilligten 6,5 Millionen Euro weit übersteigen. „Um nach den Baukostensteigerungen genauer planen zu können, haben wir eine neue Machbarkeitsstudie an ein Architekturbüro vergeben“, bestätigt Neukirch.

Im Jahr 2025 wird das Gymnasium 800 Jahre alt
Wann also kann es am Andreanum losgehen? „So schnell wie möglich“, hofft Schulleiter Wilkening. Er hat schon das große Schuljubiläum in fünf Jahren vor Augen. 2025 wird das Andreanum 800 Jahre alt. Und wenn man zugrunde legt, wie umfangreich vor allem die Arbeiten rund ums derzeitige Telemannhaus sein werden, ist schon der Plan, 2025 fertig zu sein, äußerst ambitioniert. Das neue Musikzentrum gleich neben der Sporthalle soll selbstredend bleiben. „Wir würden auch gern den Telemannsaal erhalten“, sagt Wilkening. Alle anderen Gebäudeteile östlich dürften der Abrissbirne zum Opfer fallen.

 

Text und Foto: Archiv Hildesheimer Allgemeine Zeitung [HAZ ], 07.03.2020