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Der Schulträger

Sturm auf den Reichstag hallt noch nach

Althusmann mit RespektCDU-Landesvorsitzender Bernd Althusmann nutzt seinen Informationsbesuch in Hildesheim in Sachen „Respekt“-Kampagne zu einem eindringlichen Appell für die Werte der Demokratie

 
Von Rainer Breda

Es wirkte fast so, als ob der Zufall die Regie geführt hatte. Am Samstag hatten Gegner der Corona-Schutzmaßnahmen versucht, den Reichstag zu stürmen – am Montag schaute der niedersächsische CDU-Chef Bernd Althusmann zu einem lange vorher terminierten Besuch in der Volkshochschule (VHS) vorbei, um sich mit Schülern über die „Respekt“-Kampagne auszutauschen. Die war im Juni vom Land, dem VHS-Landesverband sowie den vier großen Parteien initiiert worden, um Kommunalpolitikern und anderen ehrenamtlichen Kräften wie Feuerwehrleuten angesichts zunehmender Anfeindungen öffentlich den Rücken zu stärken.

Er sei besorgt über die Bilder aus Berlin, erklärte Althusmann. Schließlich gestatte der Rechtsstaat gerade auch Andersdenkenden die Möglichkeit, ihre Meinung kundzutun. Dafür könne er ebenfalls Respekt erwarten. Aber das, was am Samstag passiert sei, drücke das Gegenteil aus. Der Reichstag sei ein Symbol der Freiheit; er stehe als Parlamentssitz dafür, die Ansichten anderer zu respektieren. „Da fragt man sich, was in den Köpfen dieser Leute vorgeht.“ Für die schweigende Mehrheit sei es an der Zeit, Flagge für die Werte der Demokratie zu zeigen. „Die lassen wir uns von den Wirrköpfen nicht kaputtmachen.“

Doch in erster Linie war der CDU-Chef, der gerade auf Sommerreise unterwegs ist, zum Zuhören gekommen: Je fünf Neuntklässler des Andreanums und des Josephinums schilderten, wie die bisherigen „Respekt“-Termine in Hildesheim gelaufen sind. Dabei hatten der SPD-Landtagsabgeordnete Bernd Lynack und Oberbürgermeister Ingo Meyer den Jugendlichen berichtet, was ihnen an Anfeindungen widerfahren ist. Grundsätzlich ein guter Ansatz, lobte Andreanum-Chef Dirk Wilkening. Doch sowohl seine Schüler als auch die Josephiner machten klar, dass der Funke bei den Treffen, die für den respektvollen Umgang miteinander werben sollen, nicht übergesprungen war. Der zuständige VHS-Mitarbeiter Markus Roloff und Geschäftsführerin Margitta Rudolph versprachen, daraus für die nächsten Runden (neben Politikern sollen Feuerwehrleute und Polizisten berichten) zu lernen: Sowohl die Referenten als auch die Schüler sollen besser aufeinander, aber auch auf das Thema vorbereitet werden.

Christoph Steimer vom VHS-Landesverband bedachte die Hildesheimer VHS gleichwohl mit einem Lob: Diese habe ihr Programm coronabedingt innerhalb von zwei Wochen entwickeln müssen. Die deutliche Kritik konnte die gute Stimmung ohnehin nicht trüben: Althusmann nutzte die Gelegenheit für eine Plauderstunde mit den Schülern („fragt, was ihr wollt“), redete selbst viel über das Thema Corona und gab den Jugendlichen wie zuvor schon VHS-Chefin Rudolph mit auf den Weg, in Sachen Respekt mit gutem Beispiel voranzugehen.

 

Text und Foto: Archiv Hildesheimer Allgemeine Zeitung [HAZ ], 01.09.2020