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Schulen hoffen auf schnelle Hilfe – und Wechselunterricht


Freude über angekündigte Hilfe des Landes, aber es bleiben Zweifel


Von Christian Harborth

An den Schulen im Raum Hildesheim freut man sich über die Ankündigung von Kultusminister Grant Hendrik Tonne, den Corona-Schutz an den Schulen mit landesweit 45 Millionen Euro zu unterstützen. Gleichwohl überwiegt die Auffassung, dass dies noch nicht der ganz große Wurf sei. Alle von der HAZ befragten Schulleiter sowie der Stadtschülerrat äußerten die Hoffnung, dass das Land möglichst schnell Wechselunterricht anordnet, dass also alle Schulen ins Szenario B wechseln. „Und das möglichst bis Ostern“, sagt etwa der Leiter des Scharnhorstgymnasiums, Marcus Krettek. Nur dadurch sei es möglich, dass die Schulen wieder zu einer kontinuierlichen Arbeit zurückkämen.

 

Bisher wehren sich die Bundesländer gegen eine neuerliche Verschärfung. Die Schulen sollen so lange es geht mit regulärem Präsenzunterricht weitermachen. Das gestaltet sich aber mitunter schwierig. Im Raum Hildesheim ist schon jede dritte der 48 weiterführenden Schulen von den Folgen von Coronainfektionen in ihrem Umfeld betroffen. „Im März gab es einen Lockdown und jetzt, wo die Zahl der Neuinfektionen deutlich höher ist, wird am Präsenzunterricht festgehalten?“, wundert sich auch die Vorsitzende des Stadtschülerrats, Madita Behre. Sie sei der Meinung, dass sich derzeit zu viele Schüler auf engstem Raum aufhielten. „Da bringen auch Lüftungssysteme nicht mehr viel.“ Sinnvoller wäre es, das Geld in die digitale Ausstattung jedes Einzelnen zu stecken, um so die Voraussetzungen für Unterricht von zuhause aus zu schaffen.

Mitunter schicken Schulen in Absprache mit dem Gesundheitsamt ganze Jahrgänge nach Hause, wie unlängst die Robert-Bosch-Gesamtschule (RBG) ihren zwölften Jahrgang. „Alle Maßnahmen, die das Land ergreift, um den Druck rauszunehmen, sind zunächst einmal gut“, sagt RBG-Leiter René Mounajed. Allerdings befürchtet er, dass es lange dauern kann, bis die versprochenen zusätzlichen Mitarbeiter an den Schulen eintreffen – weil es Ausschreibungen geben muss, Bewerbungsgespräche, Einstellungen nach komplizierten Vorgaben des Landes. „Dabei brauchen wir schnelle Hilfe.“

Das Land hat angekündigt, für 20 Millionen Euro Aushilfskräfte auf 450-Euro-Basis einzustellen. Für weitere fünf Millionen Euro sollen pädagogische Kräfte eingestellt werden. Zusätzliche 20 Millionen Euro will das Land in Schutzmaßnahmen wie Raumlüfter, Spuckschutzwände und Masken investieren.

Krettek ist skeptisch, ob die angekündigte personelle Unterstützung am Ende auch tatsächlich eine Hilfe sein wird. „Wir brauchen vor allem Pädagogen, die inhaltliche Arbeit übernehmen, und nicht Helfer, die Aufsicht führen“, sagt er.

'Kritische Stimmen wie diese gibt es zuhauf. „Ich befürchte, dass insgesamt noch mehr Verwaltungsaufwand auf die ohnehin bis am Rande der Belastungsgrenze arbeitenden Schulen hinzukommt“, sagt die Leiterin der Oskar-Schindler-Gesamtschule, Andrea Berger.

Dirk Wilkening, Leiter des Andreanum, wünscht sich vor allem eine klare Regelung, die auf einen längeren Zeitraum zielt. „Also zum Beispiel Szenario B bis zu den Halbjahreszeugnissen.“

Für Kirstin Seidel, Vorsitzende des Stadtelternrats, ist wichtig, dass die Schulen möglichst individuell nach passenden Lösungen suchen können. „Nur dann ist gewährleistet, dass die Hilfe auch tatsächlich ankommt.“

Text: Archiv Hildesheimer Allgemeine Zeitung [HAZ ], 19.11.2020