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Klimaschutz erstreiten

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Fairtrade School

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Endlich geschafft - ab dem 18.12.2020 darf sich das Andreanum offiziell 'Fairtrade School' nennen. Ein positiver Abschluss für das Jahr. Eine digitale Feier soll im Frühjahr stattfinden, seid gespannt!

Der Schulträger

Skandalgeschichten: Regelmäßig stattfindende Abendveranstaltung aufgedeckt!

Poetry Slam zu Hopper

Wenn junge Menschen warme Worte wählen oder aber eiskalt von Eifersucht erzählen, wenn sie ihr eigenes Bild im Spiegel erschlagen und sich schreibend an die ganz tiefen Fragen des Lebens wagen, dann ist es Zeit für die Poetry-Slam-AG! Freitagsabends geht das AG-Leben trotz aller Einschränkungen des Alltags im Videoformat mit Volldampf weiter und es macht einfach Spaß, einen selbst geschriebenen Text vorzulesen, den Vortragenden zuzuhören, sich über das Gesagte auszutauschen, den einen oder anderen Tipp zu erhalten oder zu geben, sich von plötzlichen Wendungen einer Geschichte überraschen zu lassen und zu erleben, wie jeder Abend eine eigene Dynamik entfaltet.

So lautete Ende Februar beispielsweise die Aufgabe, spontan 15 min lang etwas zu Edward Hoppers Bild Nighthawkes zu Papier zu bringen.  Einige der Ergebnisse teilen wir hier gerne mit Ihnen und euch, um einen Einblick in unser AG-Leben zu gewähren. Wir freuen uns über Feedback und über weitere AG-Mitglieder (ab Jahrgang 8), denn diese abendlichen Zusammenkünfte sind auch mit mehr als zwölf Haushalten völlig legal, auch wenn die eine oder andere Skandalgeschichte geschrieben wird.

Annegret Warneke

und hier zu den Werken:

 

Rot

Das Kleid war rot

rot war das Kleid

rot waren die Lippen

rot das Haar

und die Adern in den Augen

rot ist Blut

Blut ist Eisen

Eisen ist der Zapfhahn

Blut in den Zapfhähnen

Blut fließt zu Boden

ein Schrei

Das Kleid war rot

rot war das Kleid

das Kleid war Blut

Blut war die Welt

der Cocktail in meinem Glas

und das Haar

und die Fingernägel

Glas auf dem Boden

zersprungen, tausend Stücke

es bringt Glück, es

bringt Glück

Das Kleid war rot

rot war das Kleid

rot ist die Welt der Wut

die Welt im Blut

in meiner Hand

die Welt im Cocktailglas

in dieser Welt

und du, voll Wut, voll Wut

voll Blut, voll Blut

Glück verrinnt viel

zu schnell

Ottilie Seidel

 

 

There is a bar downtown, selling cheap whiskey and beer / Turning frowns upside down, mumbling voices to hear / The bartender gives me a wink though a wink with both eyes / As he still has not seen me in my cloaky  disguise / As I walk through the door of the shady establishment / Far down the list of the places I'd recommend / I see a club rushing towards my head / From all I knew, I was to just drop dead. / I awake  in a dark room with one other man / Who faces me grimming as close as one can / He asks me "How did you of all people get into this town? / Dancing around here, what are you, a clown? / Do you not know what all this can cost you? / I don't have the time to go 'round and save you!" / The bartender turns around and leaves me 'lone in the dark.

Elija Steffens

 

Tabak und Puderzucker

Tabakgeruch,

dieses rauchige Kratzen

im Hals beginnend,

in der Lunge schmerzend.

Und diese Arroganz.

Nur, weil das Schicksal ihn zu reichen Eltern schickte

Und mich hinter die Theke.

Tabakgeruch

Um die Uhrzeit sollte man längst im Bett liegen

Und nicht in der Kneipe paffen.

Man sollte im Bett liegen

Und nicht in der Kneipe Paffende bewirten.

Tabakgeruch

Aber was tut man nicht alles für das Geld?

Das Geld, regiert die Welt.

Und die Welt, erzittert vorm Geld.

Und die, die vom Herrn Papa den Puderzucker hochkant in den Arsch geblasen bekommen, können es sich leisten, zu dieser gottverdammten Zeit auf den Hockern zu sitzen und zu paffen.

Tabakgeruch

Und dieses widerliche Lachen.

Er hat ihr neue Ohrringe gekauft.

Sie haben ihn das Zigfache dessen gekostet, was die Eltern des Jungen, der beim Diamantbrechen in Botswana starb, als Entschädigung bekamen.

Sie lacht.

Tabakgeruch

Endlich verziehen sie sich.

Arrogante Schnösel

„Wir machen Schluss für heute!“

Der letzte Gast seufzt,

schmeißt einen Hunderter auf die Theke

und wankt zu seinem Auto.

Tabakgeruch

Schnell noch sauber machen,

dann zu den vier Kindern nach Hause.

Der Jüngste hat Geburtstag.

Das Fahrrad, das er sich wünscht, war zu teuer.

Geld regiert die Welt.

Ich wische den Puderzucker von den Barhockern.

Tabakgeruch

Nick-Jalen Henker

 

Ich sitze in dem kleinen Diner um die Ecke und schlürfe meinen Tee

Es wird langsam dunkel

Die Leute eilen an dem Fenster vorbei

Sie eilen von Ziel zu Ziel, wollen möglichst schnell ihre restlichen Einkäufe erledigen und dann nur noch nach Hause

Sie kriegen nichts mit

Sie schauen nach vorn, ihr Ziel immer im Blick, aber nehmen doch nichts wahr

Sie eilen an anderen Menschen vorbei. Vielleicht sogar an Leuten, die sie kennen.

Aber sie sind zu fokussiert 

Nicht stehen bleiben, immer weiter, Hauptsache: keine Zeit verschwenden.

Sie sehen nicht, wie schön es draußen ist, welche Leute sie kennen 

Können nicht die kleinen Geheimnisse wahrnehmen, weil sie immer nur hetzen

Sie eilen durch das Leben, ohne dessen Schönheit zu sehen

Ich sitze hier in dem kleinen Diner um die Ecke und beobachte sie, beobachte ihre Bewegungen, ihre Ausdrücke und bemerke, dass sie doch alle gleich wirken

Gleich gehetzt 

Gleich unruhig

Gleich unglücklich

Man sollte einfach mal stehenbleiben, sich entspannen und die Welt auf sich wirken lassen

Wenn sie stehenblieben, würden sie vielleicht merken, wie schön die Welt ist und wie einzigartig alles ist

Wie einzigartig sie sind

~Anonym