Zum Schul-IServ...

IServ Logo klein RGB clean

 

 

Aus der Galerie

Klimaschutz erstreiten

Klimaschutz erstreiten

Fairtrade School

Logo Fairtrade

Endlich geschafft - ab dem 18.12.2020 darf sich das Andreanum offiziell 'Fairtrade School' nennen. Ein positiver Abschluss für das Jahr. Eine digitale Feier soll im Frühjahr stattfinden, seid gespannt!

Der Schulträger

Neues Unrecht sichtbar machen: 27 neue Stolpersteine für Hildesheim

Stolpersteine 2021 Andreanum bearbeitet 1

 

Oberbürgermeister Ingo Meyer: „Wir sind auf diese Zahl nicht stolz“ /

 

Verlegung stellvertretend für alle Orte am Andreanum

 

Von Michael Bornemann


Hildesheim. Am 2. November 1942 wurde der Hildesheimer Walter Ehrlich im Alter von 53 Jahren im Vernichtungslager Auschwitz ermordet. Er war einer von acht NS-Opfern und Schülern des Andreanums, für die am Mittwoch Stolpersteine vor dem Gymnasium verlegt wurden.

 

Die Steine des Künstlers Gunter Demnig sollen die Erinnerung an Menschen wachhalten, die von den Nationalsozialisten verfolgt oder in den Selbstmord getrieben wurden.

 

„Jeden Morgen gehen jetzt hunderte von Schülern an diesen Steinen vorbei“, sagte Schulleiter Dirk Wilkening. „Sie erinnern Lernende und Lehrende daran, wie wichtig es ist, die menschliche Würde überall zu schätzen.“

 

 

Laut Oberbürgermeister Ingo Meyer wurden am Mittwoch insgesamt 27 neue Stolpersteine in der Stadt verlegt. „Auf diese Zahl sind wir nicht stolz, denn sie macht klar, welch schreckliche Dinge auch hier passiert sind“, betonte Meyer. „Mit Blick auf gegenwärtig zunehmende Verrohungstendenzen in der Gesellschaft ist es wichtig, dass sich gerade junge Menschen immer wieder mit diesem Thema auseinandersetzen“, unterstrich der Oberbürgermeister.

 

Sein Dank galt dem Vorsitzenden des Hildesheimer Museumsvereins, Hartmut Häger, der die Erinnerungsorte in der Stadt ständig mit Leben füllt und Opfern eine Geschichte gibt. Meyer dankte aber auch den Schülern, die für ihre Facharbeiten die Geschichten der NS-Opfer recherchiert hatten, sowie den Paten, die die Verlegung der Steine erst ermöglicht hätten.

 

Der stellvertretende Ortsbürgermeister Stadtmitte/Neustadt, Nikolaus Schramm, erinnerte daran, dass in Deutschland bereits knapp 100 000 Stolpersteine verlegt seien. „Wenn sie dafür sorgen, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen, haben sie ihren Zweck erfüllt“, sagte er. Wie wichtig dies ist, betonte auch Häger. So werde er oft gefragt, ob er denn die Geschichte nicht mal ruhen lassen könne. „Doch die Vergangenheit teilt uns etwas mit“, sagte Häger. So hätten damals auch einige Andreaner vergessen, dass sie mal auf einer humanistisch geprägten Schule unterrichtet wurden. „Wir stehen zu unserer Vergangenheit und wir stehen auch denen bei, die heute gehänselt werden“, rief er den Schülern des Andreanums zu. „Und ich hoffe, dass die Stolpersteine dazu beitragen, Unmenschliches zu verhindern.“

 

Text und Foto: Archiv Hildesheimer Allgemeine Zeitung [HAZ ], 15.05.2021