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Endlich geschafft - ab dem 18.12.2020 darf sich das Andreanum offiziell 'Fairtrade School' nennen. Ein positiver Abschluss für das Jahr. Eine digitale Feier soll im Frühjahr stattfinden, seid gespannt!

Der Schulträger

Sie müssen es nicht mehr – doch viele Schüler und Schülerinnen tragen weiter ihre Masken

Von Sabrina Kleinertz und Norbert Mierzowsky

HIAZ Ea Kurs Deutschh 17.6.21
Es ist ein Schitt in Richtung Normalität: Da die Sieben-Tage-Inzidenz in Hildesheim mittlerweile stabil unter 35 liegt, lässt die Landesregierung die Aufhebung der Maskenpflicht im Unterricht zu. Die HAZ-Redaktion hat aus diesem Grund bei einigen Schulen nachgefragt. Ergebnis: Sowohl Lehrer und Lehrerinnen als auch Schüler und Schülerinnen haben sich entschieden, weiterhin eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

 

 

Die Schülerinnen und Schüler aus dem 12. Jahrgang des Andreanum im Deutsch-Leistungskurs tragen weiterhin ihre Masken - obwohl die Landesverordnung das nicht mehr vorschreibt. Foto: Julia Moras

Spiegel online zitiert aktuell eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov, nachdem 59 Prozent der Befragten meinen, es sei an der Zeit, die Maske in Schulen abzunehmen. Doch die Betroffenen in Hildesheim und Berufsverbände entscheiden sich offensichtlich anders. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) wie auch der Deutsche Lehrerverband warnen vor einer zu frühen Lockerung.

Das Hildesheimer Gymnasium Andreanum hält sich genau an die aktuelle Landesverordnung. „Das Tragen von Masken ist keine Pflicht, aber eine Empfehlung“, erklärt die stellvertretende Schulleiterin Ruth Wallis, „auf allen Fluren und dort, wo es räumlich eng wird, muss die Maske aber weiterhin getragen werden“, fährt sie fort. „Innerhalb einer Kohorte, also eines Klassenverbandes im Unterrichtsraum, gilt die Maskenpflicht dagegen nicht mehr.“

Ihren Beobachtungen zufolge würden die einzelnen Klassen sehr unterschiedlich mit der neu gewonnenen Lockerung umgehen. „Es gibt Klassen, die ihre Masken weiterhin komplett tragen, aber auch solche, die von Tag zu Tag etwas lässiger damit umgehen“, meint Wallis, „gerade jetzt, wo es wärmer wird, kann ich das nachvollziehen.“

Die Fenster im gesamten Gebäude seien weiterhin ständig geöffnet. „Und Mitte dieser Woche werden alle Mitarbeitenden bei uns im Haus vollständig durchgeimpft sein“, freut sich Wallis. Das betrifft etwa 100 Beschäftigte, rund 80 davon sind als Lehrkräfte am Andreanum tätig.

Ähnlich läuft der Schulalltag in den Grundschulen Moritzberg und Himmelsthür. „Wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, gilt die Maskenpflicht weiterhin“, erklärt Marina Loß, Konrektorin der sogenannten Gelben Schule , „im Klassenraum kann die Maske abgenommen werden, und da die Klassen geschlossen auf den Schulhof gehen, können sie auch dort auf die Maske verzichten.“

Für die Grundschule Himmelsthür gilt das nicht, „da wir uns den Schulhof mit dem Hort teilen“, erklärt Himmelsthür-Schulleiter Constantin Freche, „mit ausreichend Abstand zueinander können die Klassen zum Singen oder Bewegen aber kleinere Pausen draußen machen“.

Die Vorsicht scheint sich aber längst im Alltag der jungen Leute etabliert zu haben. Loß erlebt immer wieder, „dass viele der 295 Schülerinnen und Schüler ihre Maske beim Gang zur Tafel oder zum Mülleimer automatisch aufsetzen.“

Die Corona-Pandemie hätte den Schulalltag verändert. „Ich finde, dass wir durch diese harte Zeit ein Stück mehr zusammengerückt sind und noch mehr aufeinander achten“, stellt Loß fest. Der Großteil des Kollegiums und der Mitarbeitenden in den beiden Grundschulen sei inzwischen geimpft.

„Einzig im Lehrerzimmer ist es manchmal schwierig, wenn jemand etwas essen möchte, aber noch andere Kolleginnen und Kollegen im Raum sind“, erklärt Loß. „Dienstbesprechungen machen wir wenn möglich online“, sagt Loß abschließend.

Laut Freche seien die Schüler momentan die größere Sorge. „Wir hoffen, dass nicht noch eine vierte Welle kommt, sondern wir positiv im Szenario A arbeiten können.“ Also im Präsenzunterricht.

Und genau das ist der Grund, weswegen sich zum Beispiel das Kollegium der Renataschule in Ochtersum entschieden hat, weiterhin ständig die Maske zu tragen, teilt deren Rektorin Melanie Mademann mit. Das gelte auch für die Schüler: „Die fühlen sich wohler, wenn sie die Maske tragen.“ Es sei zwar erlaubt, sie nicht zu tragen. Aber viele legten sogar Wert darauf, die FFP2-Masken zu tragen. Allerdings gebe es einige wenige Eltern, die sich entschieden haben, ihre Kinder weiter im Distanzunterricht – also zu Hause – zu lassen. Solange die Testpflicht besteht, sei das möglich, sagt Mademann. Doch gebe es für das Angebot des Homeschoolings nur eine „abgespeckte Version“.

Einen anderen Weg hat die Friedrich-List-Schule gewählt. „Wir haben unsere Schüler gebeten, die Masken weiterhin im gesamten Gebäude zu tragen“, erklärt Ulrich Brockhaus, stellvertretender Schulleiter. „Das bezieht sich auch auf den Unterricht in unseren offenen Klassenzimmern.“

Die Bitte kam aus dem Kollegium und sei bei den Schülern auf viel Verständnis gestoßen. Aktuell hat die berufsbildende Schule in der Wollenweberstraße etwa 1700 Schülerinnen und Schüler. Dazu kommen etwa 15 Mitarbeitende und rund 80 Lehrkräfte. „Wir sind alle einmal durchgeimpft“, berichtet Brockhaus aus dem Kollegium und der Belegschaft, „in zwei Wochen erhalten dann alle, die sich dafür gemeldet haben, ihre zweite Impfung.“

 

Text und Foto: Archiv Hildesheimer Allgemeine Zeitung [HAZ ], 17.06.2021