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Der Schulträger

Vivien – Musikerin ohne Grenzen

Vivien Möck Juni 2017Endlich: Ihr Abitur hat Vivien Möck seit einigen Tagen in der Tasche. 

Im Grunde könnte sie jetzt zügig an eine Musikhochschule oder eine vergleichbare Einrichtung wechseln, denn darauf hat das evangelische Gymnasium Andreanum die 18-Jährige in den vergangenen Jahren wohl perfekt vorbereitet. Und dass sie dereinst einen Beruf ergreifen will, der im Kern etwas mit Musik zu tun hat, das weiß die Hildesheimerin schon seit geraumer Zeit.
Aber muss man nach den Monaten des Büffelns sofort ins Studium wechseln? Vivien Möck hat sich jedenfalls zunächst etwas anderes vorgenommen. „Ich will auf jeden Fall ein Jahr Pause machen“, sagt die scheidende Schülerin des Andreanum. Aber so ganz auf der faulen Haut liegen ist auch nicht ihr Ding. Also durchforstete sie das Internet schon vor Monaten nach Möglichkeiten. Ins Ausland sollte es gehen. Und möglichst eine Tätigkeit mitbringen, bei der man anderen Menschen helfen kann. 

Bei der sozialen Organisation „Musiker ohne Grenzen“ wurde sie schließlich fündig. Die Organisation entsendet junge Musiker in alle Teile der Welt, zum Beispiel nach Afrika und Südamerika. Die musikalische Arbeit soll den dortigen Kindern nicht nur die Musik näher bringen, sondern gleichzeitig ihre Lebensperspektiven verbessern. Vivien geht für drei Monate nach Ghana in Westafrika. „Ich werde zum Beispiel in einem Waisenhaus unterrichten“, sagt die 18-jährige Hildesheimerin.
Eine längere Zeit im Ausland zu verbringen, ist für Vivien Möck nichts Neues. „Ich war schon mal ein halbes Jahr in Indien“, sagt sie. Damals  hatte sie an einem Schüleraustausch teilgenommen. Ihre Geige – damals noch ein anderes Modell – war auch schon in Asien dabei gewesen. „Wegen der Feuchtigkeit hat sie sich ein wenig verzogen“, erinnert sie sich.

Gleich nach ihrer Rückkehr aus Ghana wird es wohl wieder stressig. „Im Oktober 2018 möchte ich gern mein Musikstudium beginnen“, sagt sie. Für die Aufnahmeprüfungen gebe es aber noch jede Menge vorzubereiten.

Dabei ist die 18-Jährige schon eine vergleichsweise erfahrene Musikerin. Sie hat bereits in mehreren Orchestern gespielt, unter anderem dem Landesjugendorchester Bremen oder gerade ganz aktuell in der Orchesterwerkstatt des Wendland-Sinfonie- Orchesters.

Musik ist ihr wohl in die Wiege gelegt: Nach der Grundschule wechselte sie auf das Andreanum, um eine der dortigen Musikklassen zu besuchen. Später wählte sie Musik als Hauptfach. Neben ihrem Hauptinstrument Geige spielt sie Klavier und singt. Und welche Musik hört sie in ihrer Freizeit? „Ich liebe die Romantik“, sagt die frischgebackene Abiturientin. Deshalb hört sie gern Werke der Komponisten Tschaikowski und Mendelssohn. „Und beim Orchester Brahms“, sagt sie.

Wer in ihrer Familie stöbert, kann sich auch die Liebe zur Musik schnell erklären. „Ich lebe in einer großen Patchwork-Familie mit einem leiblichen Bruder, Halb- und Stiefschwestern“, sagt sie. Die Musik ist hier allgegenwärtig. Und das liegt nicht zuletzt an Jochen Arnold. Der ist Viviens Stiefvater – und Direktor des Zentrums für Gottesdienst und Kirchenmusik im Michaeliskloster. 

Von Christian Harborth 

© Archiv Hildesheimer Allgemeine Zeitung [HAZ ], 21.06.2017