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Der Schulträger

Härtere Gangart auf dem Abschlussball-Markt

Abibälle 01 07 2017 pdfSeit Jahren dominiert M+P Management / Konkurrenz zieht Schulen an

Von Celia Borm

Hildesheim. Für viele Schulabsolventen in Stadt und Landkreis waren lange Zeit zwei Buchstaben erste Wahl: M+P. Die Firma von Geschäftsführer Kevin Pöschel und Tim Melches haben in diesem Jahr 14 Abschlussfeiern ausgerichtet. Die Firma arbeitet einen regelrechten Feier-Marathon ab, mietet die Volksbank-Arena, die Absolventen geben sich teilweise die Klinke in die Hand. Zu den Kunden gehörte bislang auch das Andreanum. Das ist in diesem Jahr umgeschwenkt, und weitere wollen folgen.

M+P bekommt offenbar ernsthafte Konkurrenz durch das Jim + Jimmy. Geschäftsführer Pöschel sieht die Entwicklung kritisch: „Wie auch immer das da gehen soll“, sagt er. Im Schnitt würden bei so einer Feier um die 500 Leute feiern, bei Bä̈llen wie dem gemeinsamen von Marienschule und Josephinum könnten es auch mal an die 1000 sein.

Für Veranstaltungen gelten ab einer gewissen Anzahl von Gästen besondere Vorgaben. Für Events, die auf umzäunten Geländen im Freien stattfinden, gilt das ab 1000, bei Partys und Ähnlichem in Gebäuden ab 200, bei Gaststä̈tten ab 400 Personen. Für Veranstaltungen in Räumen, die nicht als sogenannte Versammlungsstätten betrieben werden, muss ab einer Anzahl von 200 Personen eine Genehmigung eingeholt werden. Das Jim + Jimmy läuft als Freizeitanlage. Laut Betreiber Knut Bettels prüft eine Anwaltskanzlei, welche Genehmigungen derzeit abgedeckt sind. „Da scheiden sich die Geister“, sagt er. Bislang werde für solche Veranstaltungen ein Antrag gestellt.

Was M+P hart trifft, ist der Preis. „Da können wir nicht mithalten. Er will da mit rein in das Segment“, sagt Pöschel. Mit „er“ meint Pöschel Bettels. Bei ihm hat in diesem Jahr bereits das Andreanum gefeiert. Vor etwa drei Jahren habe man kooperieren wollen, so M+P. Kleinere Feiern sollten am Lerchenkamp stattfinden, die großen weiterhin in der Volksbank-Arena. Bettels bestätigt das: „Wir hatten sogar eine schriftliche Vereinbarung, aber M+P hat davon nie Gebrauch gemacht. Da haben wir uns Gedanken gemacht, ob man das nicht selber machen kann“, so Bettels. Konkret zu den Gründen äußern, warum die Kooperation am Ende nicht zustande gekommen ist, wollen sich beide Parteien nicht so recht. Klar ist nur: Der Konkurrenzkampf hat begonnen.

Nach Informationen dieser Zeitung wollen künftig weitere Schulen ohne M+P planen. Das CJD Elze gehört dazu, bei der Marienschule war dies ebenfalls in Planung, nun geht man aufgrund der Größe doch in die Arena, das Andreanum will in die Halle 39.

Entscheidend ist für die Organisatoren der Abschlussfeiern und die Schüler generell vorwiegend der Preis – und je nach Jahrgang – die Größe.

Bei der Feier des Andreanums zum Beispiel bot das Jim + Jimmy einen ähnlichen, leicht höheren Preis pro Karte – allerdings in Verbindung mit einer Getränke-Flat- rate. Softdrinks, Bier und Wein sind inbegriffen. Pöschel will von Flatrates nichts wissen. „Das sind junge Menschen, das ist ein falsches Zeichen“, sagt er. Ein Argument, das Bettels nicht gelten lässt: „Die Gäste sind erwachsen“, sagt er. Zudem habe man bereits Erfahrungen mit anderen Veranstaltungen, bei denen auch darauf geachtet werde, dass die Gäste sich nicht exzessiv betrinken.

Bettels räumt ein, dass M+P es geschafft habe, sich eine Sonderstellung aufzubauen: „Es ist schwierig, in das Marktsegment reinzukommen“, sagt er. Der Preis ist da ein schlagendes Argument. Und den könne Bettels unter anderem drücken, weil zum Beispiel Mietkosten wie sie M+P für die Arena zahlen muss, beim Jim + Jimmy intern wesentlich günstiger abgerechnet werden können.

© Archiv Hildesheimer Allgemeine Zeitung [HAZ ], 01.07.2017