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Der Schulträger

„Meine These, meine Worte“

Vom Poetry Slam-Workshop mit Tobias Kunze am Andreanum…

Gruppenfoto kleinerWir, der Gesellschaftskurs des neunten Jahrgangs, haben uns vor den Herbstferien mit dem Thema „Poetry Slam“ beschäftigt. Was ist das? Woher kommt er und können wir auch so etwas machen? Diese und viele andere Fragen wurden uns bei einem Workshop mit Tobias Kunze, einem bekannten Slammer aus Hannover, beantwortet.

„Meine These, meine Worte“ – unter diesem Motto hatte das Niedersächsische Kultusministerium gemeinsam mit der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen im Rahmen des 500. Reformationsjubiläums zum Mitmachen eingeladen. Weil Frau Warneke sich mit unserem Kurs dafür beworben hatte, fand bei uns am Andreanum ein solcher Poetry Slam-Workshop statt, der von Tobias Kunze geleitet wurde. (Davon, dass an dem Projekt auch Schülerinnen und Schüler von der Kooperativen Gesamtschule in Rastede, der Albert-Schweitzer-Realschule in Lohne, der Ratsschule in Melle und vom Wilhelm-Raabe-Gymnasium in Hannover beteiligt waren, wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nichts.)

Am Tag des Workshops, dem 14. September 2017, sitzen wir also alle im Telemannsaal. Zuerst stellt sich Tobias Kunze vor und erzählt uns, was er macht, wie er zu diesem Beruf gekommen ist und was Poetry Slam eigentlich ist. Ein Poetry Slam ist ein Dichterwettstreit und das bedeutet, dass man mit einem selbst geschriebenen Text auf die Bühne geht und ihn einem Publikum vorträgt. Dabei spielt auch die Performance eine wichtige Rolle, obwohl keine Requisiten verwendet werden dürfen. Die aus dem Publikum gewählte Jury bewertet mit Wertekarten jeden Vortrag direkt. Der Slammer mit der höchsten Punktzahl gewinnt.

Unser Ziel beim Workshop ist es, jeweils einen eigenen Poetry Slam-Text zu schreiben und ihn mit etwas Glück bei der Abschlussveranstaltung in der Hannoverschen Lutherkirche vortragen zu dürfen. Wir beginnen mit kleinen Spielen und Übungen, proben unsere Wortgewandtheit und erfinden neue Wörter. Zwischendurch schauen wir uns Vorträge anderer Poetry-Slammer auf der großen Leinwand an. All dies geschieht natürlich mit Pausen, sodass wir zwischendurch die Möglichkeit haben, etwas von dem von Frau Warneke zubereiteten Buffet zu naschen.

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 Tobias Kunze und die Zweitplatzierte Clara Gockel (9L1)

 

 

 

 

Langsam nähern wir uns unseren eigenen Texten und Tobias schlägt vor, sich nun einzeln an die Aufgabe zu setzen und den Gedanken freien Lauf zu lassen. Jeder brütet über seinem leeren Blatt: Worüber soll man schreiben und welche Worte drücken es am besten aus? Mit der Unterstützung von Tobias, der durch die Reihen geht, füllen sich unsere Blätter immer mehr mit Worten, Thesen, Texten. Am Ende des Workshops hören wir uns einige Produkte an und geben uns gegenseitig eine Rückmeldung zur Machart und zur Wirkung der Texte. Zwar ist fast niemand ganz fertig geworden, doch nun haben wir die Rohfassung des Vortrags und eine deutlich klarere Vorstellung davon, was Poetry Slam ist.

Am nächsten Tag besprechen wir im Kurs, wie uns der Workshop gefallen hat. Wir stellen fest, dass Tobias Kunze ein sympathischer, cooler Typ ist, der auch so manches Mal aus Versehen in Reimen spricht. Mit seiner dauerguten Laune hat er uns motiviert und uns einen Blick hinter die Kulissen gegeben. Rückmeldungen wie „zum Ende hin wurde es etwas langweilig“ und „die letzte Stunde war wie ein Lückenfüller“ kommen aber auch vor. Auch dass das Ganze etwas monoton gewesen sei, wird kritisiert. Doch ich glaube, im Großen und Ganzen hat es uns allen Spaß gemacht.

Nelli Dönselmann im Sande (9M)

 

 

… bis zum großen Finale mit Kultusministerin Heiligenstadt und Landesbischof Meister in Hannover

 

Am 28. September 2017 sind wir, die Schüler des Wahlpflichtkurses Gesellschaft des 9. Jahrgangs, zusammen mit Frau Turowski und Frau Diekgerdes – Frau Warneke war nämlich schon auf Studienfahrt – mit dem Zug nach Hannover gefahren, um an dem „Abschluss-Slam“ des Projektes „Meine These, meine Worte“ in der Lutherkirche teilzunehmen. Diese Veranstaltung bildete den Abschluss des Projektes, das aufgrund des 500. Reformationsjubiläums stattgefunden hatte und das vom Kultusministerium gemeinsam mit der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen organisiert worden war. Neben dem Andreanum hatten noch vier andere Schulen in Niedersachsen an dem Projekt teilgenommen und mit dem Hannoveraner Slammer Tobias Kunze einen Poetry Slam-Workshop gemacht. Im Rahmen des Workshops hatte jeder die Möglichkeit, einen Text zu schreiben, sodass wir am Ende drei Texte aus unserem Kurs auswählen konnten, die dann beim „Abschluss-Slam“ vorgestellt werden sollten. Also präsentierten jeweils drei Schülerinnen und Schüler von der Kooperativen Gesamtschule in Rastede, der Albert-Schweitzer-Realschule in Lohne, der Ratsschule in Melle, des Wilhelm-Raabe-Gymnasiums in Hannover und unserer Schule ihre Texte.

 

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Unsere Finalisten Nathalie Rössing (9M), Clara Gockel (9L1) und Lasse Clausen (9M)

 

 

 


Für das Andreanum hatten wir Clara Gockel (9L1), Nathalie Rössing (9M) und Lasse Clausen (9M) als Finalteilnehmer ausgewählt, die ihre Texte vortragen sollten. Als wir in der Lutherkirche ankamen und uns kurz mit kostenlosen Snacks und Getränken gestärkt hatten, startete die Veranstaltung mit der Begrüßung durch Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt und den Hannoverschen Landesbischof Ralf Meister. Je näher die Vorträge rückten, desto größer wurde natürlich auch die Aufregung. Dann war es endlich soweit: Die Schülerinnen und Schüler kamen einzeln nach vorne und trugen ihre Texte vor. Von diesem Moment an war nichts mehr von der Aufregung zu spüren und alle Vortragenden begeisterten das Publikum mit vielen interessanten, amüsanten und teilweise auch traurigen Texten zu ganz unterschiedlichen Themen. Von einem Poetry Slam-Text über den Arbeitsalltag bei McDonald‘s, die Bundestagswahl, häusliche Gewalt und den Lebenskreislauf eines Baumes war alles dabei! Bei jedem Vortrag hörten die Zuschauer aufmerksam zu und die Redner konnten sich nach ihrem Vortrag auf einen lauten Applaus freuen! Anhand der Lautstärke des Applauses und zum Teil auch durch ein paar Jurymitglieder wurden am Ende auch die Gewinner bestimmt. Obwohl Tobias Kunze selbst gesagt hatte, dass es eigentlich unmöglich sei, Literatur zu bewerten, wurden am Ende die Gewinner festgelegt. So kam es, dass Clara mit ihrem Text über das nette Mädchen von nebenan, der eine unerwartete Wendung nahm und alle sehr erschreckt hatte, den zweiten Platz belegte. Glückwunsch! Als Preise gab es Urkunden für alle Teilnehmer und alle vortragenden Schülerinnen und Schüler haben einen Sachpreis in Form eines Buches erhalten. So sind wir schließlich alle zufrieden und etwas müde wieder in Hildesheim angekommen.

Maja Köhler und Gesa Neugebauer (9L1)

Und hier kommen die Texte unserer Finalteilnehmer zum Nachlesen:

Der Baum

Einfach mal so machen

Lächle, Du kannst nicht alle töten