Andreaskreuz 170

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Der Schulträger

Die Engel kommen – Basteln für den Martinsmarkt der Diakonie Himmelsthür

Martinsmarkt 2017 1Es ist ein trüber Freitagnachmittag im November. Die Schule liegt still, lediglich die Reinigungskräfte ziehen noch ihre Runden, um alles wieder herzurichten für den Unterricht am Montag.

 

Doch plötzlich kommt wieder Leben in die Gänge, vom Haupteingang her ziehen Kinder, Eltern und zwei Lehrerinnen schwer bepackt bis ans Ende des Westtraktes. Sie folgen der Tradition der Schule, dass die Klassen des 6. Jahrgangs basteln, kochen und backen für einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt der Diakonie Himmelsthür. Holzscheite tragen sie mit sich, Styroporkugeln, Gipsbinden, Holzsterne, Schleifenband und anderes Dekomaterial, aber auch Bohrmaschinen, Föhne, Klebepistolen, Hammer und Nagel. Fröhliches Gerede und Lachen sind zu hören, dazwischen die ersten Versuche, Ordnung in das sich anbahnende Chaos zu bringen – „Die Rucksäcke bitte in den Differenzierungsraum! Essen und Getränke können auf die Fensterbank! Und das Material bitte hier vorne hin!“

Martinsmarkt 2017 4Allmählich wird es übersichtlicher. Das Abdecken der Tische ist die erste gemeinsame Aktion, die die sich findenden Bastelgruppen erledigen. Eine kurze Erklärung noch, was getan werden soll, Musterexemplare für Holzscheit- und Gesangbuchengel stellen sich vor, Bastelanleitungen werden verteilt, und dann geht es los. Die erste Entscheidung – Flügel in Herzform oder „richtige“ Flügel – ist schnell getroffen, die Formen werden auf dicke Pappe übertragen und dann – ja, dann soll eigentlich nur noch ausgeschnitten werden. Das aber ist die erste große Hürde, die Pappe ist einfach zu dick, die Scheren sind zu stumpf und die Kinderhände zu klein. Wie gut, dass Frau Burek als Kunstlehrerin Abhilfe schaffen kann und Zugang zu Cuttern hat! Damit geht es gleich viel besser, es lässt sich sogar gerade noch verhindern, dass direkt auf den Tischflächen geschnitten wird.

 

Der nächste Arbeitsschritt ist einer der schönsten: Gipsbinden anfeuchten, um die Flügel und die Köpfe wickeln und dann glattstreichen. Tische und Kinder sind danach deutlich weißer als zuvor... Föhne sind aus allen Ecken zu hören – „Gibt es hier noch irgendwo eine Steckdose?“ – , so trocknet alles etwas schneller. Dann sind Bohrmaschine, Klebepistole und Hammer gefragt – „ Hat jemand an die Holzdübel gedacht?“, „Hä? Wie soll das denn funktionieren?“, und immer wieder „Wo ist....?“.

 

Martinsmarkt 2017 3Schließlich wartet die letzte, schwierige Entscheidung: Welche Deko soll auf meinen Engel? Kieuling sucht sich Strassband, lila und rosa Glitzerperlen und –sterne aus, Jakob findet keinen gelben Pfeifenputzer für den Heiligenschein und muss sich dann für orange entscheiden, Jonathan findet die Holzsterne am schönsten – und einige Mütter sitzen inzwischen auf dem Boden und diskutieren lange darüber, wie denn die Flügel am besten befestigt werden und ob ihr Engel nun größere oder kleiner Sterne bekommt. Andere, die gerade nicht gebraucht werden, falten inzwischen Gesangbuchengel in größeren Stückmengen. Schließlich hat jeder gefunden, was er braucht, alle Arbeiten werden beendet und die Schar der Engel steht versammelt im Differenzierungsraum und kann bewundert werden. Kurze Zeit später ist auch das Klassenzimmer wieder als solches zu erkennen.

Inzwischen ist es dunkel geworden und Ruhe kehrt wieder ein in der Schule. Ein schöner, fröhlicher Bastelnachmittag ist zu Ende. Und so schicken wir sie denn auf ihre Reise, unsere Engel, auf den Martinsmarkt in Sorsum. Dort sollen sie am Samstag, dem 11.11. 2017 zwischen 13.00 Uhr und 17.00 Uhr einen neuen Besitzer finden, dem sie die dunkle Jahreszeit erhellen und Vorfreude auf die Weihnachtstage schenken. 

Nur einer, der bleibt und wacht über die Schule.

U. Schroer-Voß