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Der Schulträger

NACHGEFRAGT: „Down-Syndrom ist völlig normal“

Carina KühneHAZ: Frau Kühne, Sie nennen sich selbst Aktivistin für Inklusion und leiden unter dem Down-Syndrom.


Kühne: Ich leide nicht unter dem Down- Syndrom, ich lebe damit. Für mich ist ein Leben mit dieser Chromosomenanomalie völlig normal.

HAZ: Sehen das Ihre Kollegen am Filmset auch so?


Kühne: Bei einem meiner letzten Filmprojekte hatte mir der Regisseur eine Rolle mit lauter Zwei- und Dreiwortsätze angeboten.

HAZ: Weil viele Menschen denken, dass eine Person mit einer Trisomie 21 so spricht?


Kühne: Ich weiß nicht, wie sich Außenstehende das vorstellen. Ich spreche jedenfalls nicht so. Und ich habe dafür gekämpft, dass ich in dem Film normale Sätze sagen kann.

HAZ: Und dann?

Kühne: Der Regisseur hat sich mit der Produktion beraten – und am Ende haben sie meine Sprechbeiträge deutlich ausgeweitet.

HAZ: Sie sind eine vielbeschäftigte Schauspielerin. Woran arbeiten Sie derzeit?

Kühne: Ich habe gerade mit
 Regisseur Florian
Henckel von Donnersmarck, der den
Film „Das Leben der
Anderen“ gemacht hat, in Prag gedreht.

HAZ: Das klingt spannend.
Wie heißt der Film?


Kühne: Das darf ich noch nicht sagen. Aber es wird ein Spielfilm sein.

HAZ: Sie tauchen ja in letzter Zeit öfter im Fernsehen auf.


Kühne: Demnächst spiele ich eine Hauptrolle in „Die Bergretter“. Das war sehr spannend, weil wir bei den Dreharbeiten wirklich durch die Berge geklettert sind. Die Folge heißt „Ohne Aussicht“ und wird am 30. November ausgestrahlt. Vorher hatte ich schon mit Sat 1 in Bozen und für die ARD-Serie „In aller Freundschaft“ in Leipzig gedreht.

HAZ: Sie sind als Quereinsteigerin zur Schauspielerei gekommen. Wie kam es dazu?

Kühne: Regisseurin Christina Schiewe hat mich im Internet entdeckt und gefragt, ob ich die Hauptrolle in ihrem Film„Be my baby“ spielen möchte.

HAZ: Was für eine Rolle würden Sie gern nochmal übernehmen?


Kühne: Ich würde gern mal beim „Traumschiff“ mitspielen. Da könnte ich mein Hobby Tauchen einbringen.

Interview: Christian Harborth

© Archiv Hildesheimer Allgemeine Zeitung [HAZ ], 10.11.2017