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Der Schulträger

Studienfahrt in die Provence 2017

IMG 718312 Tage Fahrt für 12 Jahre Schule

Raus aus der Schule und rein in 12 Tage Abenteuer. Wir schlossen die Augen und fuhren los. Einige gaben recht schnell auf eine bequeme Schlafposition auf ihrem Sitz zu finden und wichen auf den Gang aus. Dort begannen wir tatsächlich abwechselnd zu schlafen und wären wahrscheinlich sogar in die Gepäckablagen geklettert, wenn das irgendwie möglich gewesen wäre.

Nach 13 Stunden Busfahrt öffneten wir die Augen und setzen den ersten Schritt auf französischen Boden und aßen das erste typische Croissant als Frühstück. Für viele bedeutete es auch den letzten guten Kaffee für die nächsten 11 Tage zu schlürfen.

Die Dusche in der ersten Unterkunft ließ uns alle die Müdigkeit und den unbequemen Schlaf auch schon wieder vergessen. Durch den Ausblick von der Terrasse über Avignon schweiften unseren letzten Gedanken fort von allen Schulsorgen der letzten Tage und Wochen. Stattdessen besichtigten wir erst Avignon selber und im Anschluss hochmotiviert den Papstpalast- leider, trotz viel zu hoher Temperaturen in langen Klamotten, weil Google uns falsche Informationen über die Kleiderordnung gegeben hatte.

Ein traumhafter Sonnenaufgang versprach schon einen eindrucksvollen zweiten Tag. Diesmal zum Glück auch mit kurzen Hosen und Sonnencreme ausgestattet, erlebten unsere Ohren eine unfassbare Akustik in dem antiken Theater von Orange. Nach dem Einsingen der Mitglieder des Schulchores gaben sie uns ein kleines Konzert, welches auch von anderen Touristen mit Applaus belohnt wurde. Unsere „O-dio-gieds“ sammelten sich wie am Ende jeder Besichtigung verantwortungsbewusst um den Hals von Lennart.

Provence 201.7 b JPGNach so viel Kultur brauchten wir erst einmal Bewegung. Dass wir bei der Kanutour auch ein bisschen Kultur hatten, in Form der Pont du Gard, ließ sich wohl nicht vermeiden. Doch dieser wurde gleich wieder mit einigen Felssprüngen übertrumpft. Selbst unser Angsthase Frau Blume ist mutig in die Tiefe des Flusses getaucht. 

Spätestens nach dem Sonntagnachmittag waren aber auch die Sportskanonen erschöpft. Zwar verloren wir schon am Fuß des Berges drei tapfere Kämpfer, die anderen Bergersteiger schafften jedoch den von Frau Marchand-Adler versprochenen“ leichten“ Aufstieg des Mont Sainte-Victoire mit mehr oder weniger vielen Pausen und Schweißflecken innerhalb von zwei Stunden. Die Belohnung war nicht nur eine Endorphin-Ausschüttung sondern auch ein atemberaubender Ausblick, der nun Hintergrund von vielen Instagram Fotos geworden ist.

Der nächste Tag war für alle Krieger. Vormittags zeigten unsere Männer ihre Geschicklichkeit bei der Beladung eines Katapultes in Les-Baux und nachmittags wurden wir Zeugen der Stierkämpfer bei einem Course Carmaguaise. Diese Raseteure wurden vom weiblichen Publikum besonders bejubelt und einige planten schon ihre Hochzeit mit Marignan, mit dem nötigen Zickenkrieg. Weil das Obst auf und in den Märkten so teuer war, gab es einige Meisterkrieger, welche den Kampf mit den Ästen aufnahmen und Kakis frisch vom Baum angelten.

Die Fahrt in die zweite Unterkunft barg viele Kurven, viel Bremsen und auch eine Vollbremsung, bei der man sich doch freute, die immer wieder von Herr Baramsky kontrollierte Regel des Anschnallens tatsächlich befolgt zu haben. Die Leute auf der rechten Seite des Busses konnten sich jedoch bei der letzten Stunde Busfahrt dank eines traumhaften Ausblickes auf die Verdon- Schlucht super ablenken. Die linke Seite freute sich dann auf die Rückfahrt, wobei wir vorher alle noch einmal das Glück hatten sowohl über die Schlucht per Seilbahn zu schweben, als auch in der Schlucht selber beim Canyoning von ein paar Felsen zu springen.  Von 3-Meter-Springern bis 8-Meter-Salto-Lebensmüder-Springer war alles dabei. Die Unterkunft selber wurde für alle zum Gourmet-Essen genutzt, weil wir eigene Küchen hatten und die Jungs nach der spartanischen Planung der ersten Unterkunft ihre Energiereserven erstmal wieder auffüllen wollten. Aber auch die Mädels nutzen die Gelegenheit und veranstalteten ein gemeinsames Wrapessen.

Nachdem die Horrorkurven wieder überstanden waren, ging es weiter nach Cap d‘Ail. Wir wurden zwar vorgewarnt, dass die Unterkunft noch ein Stück zu Fuß entfernt sei, aber mit einer halben Stunde Fußweg hatte niemand gerechnet. Dieser tägliche Auf- und Abstiegssport wurde von allen verflucht.
Viele nutzen das 20 Meter entfernte Mittelmeer abends jedoch gleich, um sich die Schweißperlen vom Körper zu waschen, und wer Glück hatte, wurde sogar auf einen Boot mal eine Runde mitgenommen.

Statt einer Nachtwanderung durch den Wald gab es eine nächtliche Küstenwanderung nach Monaco, die von vielen am nächsten Tag dank großer Handyrechnungen bereut wurde. Alle Glücklichen, die ihre mobilen Daten vorher ausgestellt hatten, konnten ihr Geld stattdessen am nächsten Tag in Parfüm investieren, denn bei dem Besuch der Stadt Èze besichtigten wir eine Parfümerie, bevor wir uns dem exotischen Garten und später die durch ihre Wasserspiele im Gedächtnis bleibende Villa Ephrussi widmeten. Für den Kauf eines Crêpe gab es im Gegenzug für viele von uns in Èze auch kostenloses W-Lan.

Die Restaurant- oder Caféauswahl in Nizza beschränkte sich auch auf die mit einer kostenlosen W-Lan Nutzung. Die übrige Zeit bummelte man aber auch gerne durch die Altstadt mit den vielen kleinen Gassen und Boutiquen. Für den Kauf des Zugtickets für die Rückfahrt, mit dem wir zur gewünschten Zeit wieder zurückfuhren, sollte man allerdings genug Zeit und Kleingeld eingeplant haben. Denn die Tickets konnte man nur mit Münzgeld bezahlen, weshalb viele von den Jungs erst einmal für die Mädchen auslegen mussten. Wenn man dann dachte, man hätte das größte Problem schon gelöst, hat man die Gleissuche unterschätzt. Manche schafften es noch pünktlich in die schon schließenden Türen reinzuspringen- ohne jedoch ihr Ticket abzustempeln- andere nutzen ihre mit Freude erhaltene Wartezeit für einen Besuch bei McDonald‘s.

Die Folter des Anstieges zum Bus hielt uns nicht davon ab nach Antibes zu fahren. Die eher kleine Stadt wurde von einem großen provençalischen Markt befüllt, auf dem man mit weiblichen Charme so viel Obst und Gemüse wie man wollte für einen Euro von dem Händler bekam. Nach dem letzten Museum dieser Fahrt (Picasso) verbrachten alle ihre Zeit mit Sonnenbaden in der Stadt, wobei die meisten sich schon auf das richtige Baden im Mittelmeer am Strand von Cap d‘Ail freuten. Einige entwickelten sich an dem Nachmittag sogar wieder zurück zum Kleinkind und bauten Strandburgen. Ob die Müdigkeit ihnen wohl schon zu Kopf gestiegen ist?

Koffer wurden gepackt und Wechselklamotten bereitgelegt. Den letzten gemeinsamen Tag verbrachten wir in Monaco, diesmal hoffentlich alle mit deaktivierten mobilen Daten. Das Musée océanographique bot für uns noch ein letztes Highlight dieser Fahrt. Viele waren jedoch mit ihren Gedanken schon auf der Rückfahrt und der noch zu besorgenden Verpflegung. Von Dosen-Ratatouille bis zu dem inzwischen verhassten Baguette wurde alles in den Rücksäcken verstaut. Auf dem Weg zum Bahnhof von Monaco merkte man, dass auch die Lehrer sich inzwischen auf ihre Ferien freuten. Der Fußmarsch dorthin wurde für einen Teil der Gruppe zu einer Schnitzeljagd.  

Das sonst immer gute Wetter zwischen 20 und 30 Grad, trübte sich am Sonntag und erleichterte uns so nicht nur den Abschied, sondern auch den Aufstieg. Ein letztes Mal die Beine foltern und dann hieß es wieder 18 Stunden Busfahrt. Diesmal aber über Italien, die Schweiz und Österreich.

Die morgendliche Frühstückspause wurde von allen mit einem ordentlichen Kaffee und einer guten deutschen Brezel gefeiert. Die letzten Stunden Busfahrt wurden zum Bilderaustausch, der Abiballpartnersuche und vor allem zum Schlafen genutzt.

Als unsere Augen das Hildesheimer Stadtschild erblickten, sahen wir nicht etwa die grauen verregneten Fassaden, sondern blickten zurück auf eine wundervolle Zeit voller nachhaltiger Eindrücke, Spaß und Sonne.

Mit einem letzten „Gut Kick in die Runde“ und einem Dankeschön an unsere Lehrer fuhren wir erschöpft und glücklich nach Hause.

 

Elisabeth Böhme und Johanna Lies

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