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Der Schulträger

Abi wieder nach 13 Jahren - Gymnasien müssen umbauen

HIAZ Telemannhaus EingangAndreanum plant Millionen-Neubau und will Telemann-Haus abreißen lassen / Auch Michelsen-Schule und Himmelsthür brauchen mehr Raum

Von Tarek Abu Ajamieh


Hildesheim. Es wird wohl öfter mal laut beim Unterricht: Mehrere Hildesheimer Gymnasien brauchen in den nächsten Jahren mehr Platz. Die Träger planen bereits Um- und Ausbauten, vor allem an einer Schule sind gravierende Veränderungen und der Abriss eines ebenso markanten wie bekannten Gebäudes geplant. Der Grund: Im Schuljahr 2020/21 müssen die Gymnasien erstmals wieder neun statt acht Jahrgänge unterbringen, weil Niedersachsen zum Abitur nach 13 Jahren zurückkehrt.

Besonders gravierende Auswirkungen hat das nach aktuellem Stand am Gymnasium Andreanum, und dort sind die Pläne auch schon ziemlich konkret: Das Telemann- Gebäude am Hagentorwall, über Jahrzehnte Heimat vor allem von Oberstufen-Kursen, soll der Abrissbirne zum Opfer fallen und Platz für einen Neubau machen, wie Schulleiter Dirk Wilkening gestern auf HAZ-Anfrage erklärte.

„Das war eigentlich ohnehin nie als Schulgebäude gedacht, sondern zur Unterbringung von Seminaristen des Michaelisklosters“, sagt der Direktor. Gerade habe er dort wie- der Abiturkurse besucht – und sich gesagt: „Das geht eigentlich wirklich nicht mehr.“ In den engen Räumen sei nur Frontalunterricht „in Reih und Glied“ machbar. Doch das sei längst nicht mehr gefragt und in Zukunft noch weniger.

Die Landeskirche als Träger der Schule sieht offenbar ebenfalls Handlungsbedarf. 6,5 Millionen Euro hat sie bereitgestellt, allerdings gibt es noch keine Detailplanung, wo und wie der Neubau entstehen soll. „Auf dem Gelände hier ist das auch eine Herausforderung“, gibt Wilkening zu. Ebenso wie die Notwendigkeit, für die Zeit von Abriss und Neubau ein Ausweichquartier für die Oberschule zu finden. Die wahrscheinlichste Lösung sind Container auf dem Schulgelände. Dass zum Schuljahr 2020/21, wenn der zusätzliche Jahrgang ansteht, bereits ein neues Gebäude steht, hält Wilkening für illusorisch. Er hoffe aber zumindest auf das Jahr 2025 – passend zum 800-jährigen Schuljubiläum „und zur Kulturhauptstadt“, wie der Schulleiter hoffnungsvoll anmerkt.

Doch nicht nur die Protestanten plagen sich mit Sorgen vor kommender Platznot herum. Am Josephinum braucht Schulleiter Benno Haunhorst nach eigener Einschätzung ab 2020 vier neue Klassenräume – wo und wie die entstehen sollen, ist noch unklar.

Dringenden Bedarf hat jetzt auch die Michelsen-Schule gegenüber dem Landkreis als Träger angemeldet. Leiter Dr. Rudolf Schäffer sieht auch ohne zusätzlichen Jahrgang Probleme auf die Schule zukommen. Die unterhält eine Außenstelle (die alte Brauhausschule auf dem Moritzberg), doch die ist so marode, dass sie auch nur noch wenige Jahre nutzbar ist. Der Landkreis will nun bis zum Sommer ein Raumkonzept aufstellen und sucht einen Bauplatz auf dem Schulgelände.

Am Gymnasium Himmelsthür sollen in den nächsten Jahren ebenfalls zusätzliche Klassenräume entstehen, das Geld für die Planung hat der Landkreis schon bereitgestellt.

 

© Archiv Hildesheimer Allgemeine Zeitung [HAZ ],07.03.2018