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Der Schulträger

Tralala – bitte auswendig singen!

Sommerkonzert 2018
Proben statt Hitzefrei: 220 Andreaner üben für traditionelles Sommerkonzert 

Von Martina Prante

Danke steht auf der Schokolade, die Gesine Frank in der Probe des Hauptchors den Instrumentalisten Maria Bleich und Henri sowie Luis Kalkmann und Musiklehrer Julius Martinek für ihren Einsatz in die Hand drückt: „Ich weiß, es müsste Eis sein“, scherzt die Musiklehrerin angesichts der 30 Grad vor der Sporthalle des Andreanum. 

 

Aber statt Hitzefrei standen gestern Proben an. „Alle Musiklehrer haben unseren Direktor darum gebeten, uns nicht frei zu geben“, erzählt der 13-jährige Nils Greiner. Dann nämlich hätte das traditionelle Sommerkonzert gestern Abend ausfallen müssen. Und die knapp 220 mitwirkenden Schüler finden das in Ordnung. „Die Konzerte sind einfach so schön“, erklärt Nosipho Leoni Radebe die Bereitschaft, von morgens um 8.45 fast ohne Pause bis nachmittags zu proben. Die 14-Jährige wirkt mit elf ihrer Mitschülerinnen aus der 8M (einer der Musikklassen) gleich in drei Ensembles mit: dem Hauptorchester, dem Hauptchor und der Bläser-AG. Freiwillig: „Das macht einfach Spaß.“ 

 

Seit mehreren Jahrzehnten lädt das Gymnasium Andreanum zu den Sommerkonzerten ein. Mehr als 600 Besucher drängelten sich gestern Abend in der Turnhalle, um im dreistündigen Programm den Klängen von Beethoven über Bizet bis zu „König der Löwen“ zu lauschen. Und die Qualität überzeugt. 

Dafür proben die Schüler mit sechs Musiklehrern seit Monaten, Hauptchor und Hauptorchester vor Pfingsten sogar zusätzlich drei Tage in Hohegeiß. „Anstrengend“, nickt Nils. „Aber eigentlich viel zu kurz“, so Nosipho Leoni. Denn die Schüler wissen: Je mehr man übt, umso geringer ist die Aufregung. 

Die 13-jährige Geigerin Ysabelle Knackstedt wirkt zum vierten Mal mit: „Ich freu’ mich jedes Mal darauf.“ Lea Rischmüller spielt Waldhorn und schätzt im Orchester nette Sitznachbarn, „mit denen man in den Pausen auch mal reden kann“. Svenja Schneider ist besonders zufrieden, dass die Mitspieler aus verschiedenen Jahrgängen kommen, „und man auf diese Weise andere Leute kennenlernt“. Fast einig sind sich die Achtklässler bei ihren Lieblingsnummern: das Medley zu Bizets „Carmen“ und „König der Löwen“. „Der Mix macht’s“, so Lea. 

Neben den Vorstreichern, den Vorbläsern, dem Hauptorchester und der Jazz-AG stellt der Hauptchor unter den drei Chören das größte Personal. Gesine Frank erklärt ihren 120 Sängerinnen und Sängern bei der Probe noch einmal, dass sie nicht nur alle in schwarz oder schwarz-weiß gekleidet auftreten sollen, sondern dass auch die Liedmappen einheitlich schwarz sein müssen. Ästhetik zählt.
 

Hasslers „Unter all’n auf dieser Erden“ und Orffs „Odi et amo“ klin- gen schon perfekt. Gesine Frank feilt noch an Kleinigkeiten: „Männer, Ihr müsst gucken – aber nicht auf den Boden.“ Und mahnt zu Blickkontakt: „Das Tralala – können alle auswendig.“ Sicher sei das viel Arbeit, sagt sie nach der Probe: „Aber alle sind da, alle strahlen.“ 

Für Linda Krischke und Annika Günther ist es gestern Abend emotional geworden. Die Abiturientinnen freuen sich, mit ihren Mitschülern noch einmal auf der Bühne ge- standen zu haben: „Aber es ist traurig, weil es das letzte Mal ist.“ 

 

© Archiv Hildesheimer Allgemeine Zeitung [HAZ ], 01.06.2018