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Der Schulträger

Austausch mit Broadstairs

broadstairs2006 grupppeFür uns Deutsche ist ein Austausch mit England nahezu selbstverständlich – leider gilt das aber nicht unbedingt für britische Schulen. Dort läuft Deutsch als Fremdsprache oft nur unter "ferner liefen...": Für viele englische Schüler sind Französisch und Spanisch weitaus attraktiver (kein Wunder, wenn damit guter Wein und der letzte Badeurlaub assoziiert werden), und der internationale Rang der deutschen Kultur und Sprache vergrößert ihr Interesse auch nicht gerade. Die "Weltsprache" sprechen sie ja sowieso – wozu also überhaupt eine andere erlernen? Dieses Ungleichgewicht sorgt dafür, dass viele deutsche Schulen auf der verzweifelten und oft vergeblichen Suche nach einer britischen Partnerschule sind, während die glücklichen, die über eine verfügen, stets um die Fortsetzung ihres Austausches bangen müssen und ihre Partnerschule mit Argusaugen vor Neidern schützen... Wir gehören zu den Glücklichen.

Seit vielen Jahren pflegt das Andreanum einen Schüleraustausch mit der Dane Court Grammar School in Broadstairs, die über ein gut organisiertes GermanDepartment verfügt. Auch für uns hat es Rückschläge gegeben, und der Austausch wurde zwischenzeitlich ganz eingestellt. Nun scheint er sich aber "stabilisiert" zu haben.

Für uns Deutsche ist ein Austausch mit England nahezu selbstverständlich – leider gilt das aber nicht unbedingt für britische Schulen. Dort läuft Deutsch als Fremdsprache oft nur unter "ferner liefen...": Für viele englische Schüler sind Französisch und Spanisch weitaus attraktiver (kein Wunder, wenn damit guter Wein und der letzte Badeurlaub assoziiert werden), und der internationale Rang der deutschen Kultur und Sprache vergrößert ihr Interesse auch nicht gerade. Die "Weltsprache" sprechen sie ja sowieso – wozu also überhaupt eine andere erlernen? Dieses Ungleichgewicht sorgt dafür, dass viele deutsche Schulen auf der verzweifelten und oft vergeblichen Suche nach einer britischen Partnerschule sind, während die glücklichen, die über eine verfügen, stets um die Fortsetzung ihres Austausches bangen müssen und ihre Partnerschule mit Argusaugen vor Neidern schützen... Wir gehören zu den Glücklichen.
Seit vielen Jahren pflegt das Andreanum einen Schüleraustausch mit der Dane Court Grammar School in Broadstairs, die über ein gut organisiertes GermanDepartment verfügt. Auch für uns hat es Rückschläge gegeben, und der Austausch wurde zwischenzeitlich ganz eingestellt. Nun scheint er sich aber "stabilisiert" zu haben.

broadstairsbAlle zwei Jahre – im jährlichen Wechsel mit dem Sprachkurs in Canterbury – finden sich aus den Jahrgängen 8 und 9 zwischen 20 und 30 Schülern zusammen, um gemeinsam mit ihren englischen Partnern den deutschen und britischen way of life kennenzulernen und zwei Wochen lang im anderen Land das Schulwesen vor Ort zu studieren, die unterschiedlichen Gepflogenheiten der Kulturen am eigenen Leibe zu erfahren, und, last but not least, endlich mal die Fremdsprache jenseits der grauen Schultheorie im täglichen Umgang mit einander auszuprobieren.

Broadstairs ist ein kleiner Küstenort an der südöstlichen Spitze Englands, der den etwas angestaubten Charme eines viktorianischen Seebades ausstrahlt, dabei aber auch über sehr gute Verkehrsverbindungen nach Canterbury und London verfügt – und damit die Highlights unserer Tagesausflüge in problemlose Nähe rücken lässt. Charles Dickens soll hier seinen Roman "David Copperfield" geschrieben haben – und tatsächlich thront über der Viking Bay das Bleak House, ein schönes viktorianisches Gebäude und Museum, das natürlich ein –Muss– im Programm ist. Für einen solchen Austausch ist Broadstairs also wirklich gut geeignet, zumal im Sommer auch der feine Sandstrand eine zusätzliche Freizeitgestaltung nahelegt. Die Dane Court Grammar School hat um die 1100 Schülerinnen und Schüler, und in dem 60er-Jahre-Gebäude nebst großzügigem Sportgelände finden auch nachmittags viele "activities" statt, die unseren AGs entsprechen – z.B. Bands und Drama groups.

Für unsere Schüler sind aber vor allem die Unterschiede interessant: Der lange Schultag von 9 Uhr bis 16 Uhr; die "Assembly" und die "Registration" vor dem Unterricht; das Wandern zu den Räumen (es gibt keine Klassenzimmer); die "Junch break" mittags; die Unterrichtsfächer und -methoden; und, ganz wichtig, die Schuluniform!

Diese Unterschiede setzen sich in der Freizeitgestaltung, im Essen, im Familienleben und Lebensstandard (!) fort, so dass es für die jeweiligen Partner eine Menge Gesprächsstoff und Klärungsbedarf gibt. Nicht immer wird es gelingen, die Sprachhemmung ganz zu überwinden, aber da die englischen Partnerschüler sich meist noch weniger auf Deutsch verständigen können als die deutschen auf Englisch, gibt es keine rechte Alternative -wenn man einmal von der international beliebten Körpersprache absieht, die nun allerdings bald an ihre Grenzen stößt. Der Lernzuwachs schlägt sich möglicherweise nicht gleich in einer besseren Englischnote nieder, aber oft ist durch den Austausch ein nachhaltiges Interesse für das andere Land und seine Leute geweckt worden, ein besseres Verständnis dafür, was anfangs als fremd empfunden wurde, und gewiss bleibt den Teilnehmern der Austausch immer als eine ganz besondere (Schul-)Erfahrung in Erinnerung.

Bleibt zu hoffen, dass wir noch lange diesen Austausch pflegen und halten können.
C. HEIDKAMP