Andreaskreuz 170

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Der Schulträger

Go perk!

usa gruppeDer erste USA-Austausch mit der Perkiomen School in Pennsylvanien    (7.10. 11– 21.10.11)

Esta-Antrag, Reisepass, Zollerklärung, Gepäck- und Gesichtskontrolle: Aufregendes gab es schon vor Reiseantritt genug für die 21 Zehntklässler und zwei Begleiter (Herr Zwingelberg, der den Austausch organisiert, und Frau Heidkamp), die sich als erste Andreaner am 7. Oktober auf die USA-Austauschfahrt begaben. Zunächst ging es per Bahn nach Berlin, dann von Tegel aus mit Airberlin zum JFK-Flughafen in New York, von dort mit Sammeltaxis zum Hotel in der East 25th Street in Manhattan, wo die Gruppe drei Nächte blieb.

Die individuelle künstlerische Gestaltung der einzelnen Zimmer erinnerte allerdings eher an eine Geisterbahn und die sonstige Ausstattung war ebenso gruselig wie spartanisch, so dass die drei Nächte zum Survival-Training gerieten, das von unseren wackeren Reisenden aber mit Auszeichnung bestanden wurde (der nächsten Gruppe werden wir diese Erfahrung leider vorenthalten).  usa campusEntschädigt wurden wir durch das Bilderbuch-Wetter, das Manhattan mit seiner grandiosen Architektur, dem hektischen, multikulturellen Treiben, den Diners, Squirrels, Sirenen, McDonald’s, Avenues, Parks zum Strahlen brachte. Überwiegend zu Fuß wurden am ersten Tag der südliche Teil Manhattans bis zur Brooklyn Bridge, am zweiten der nördliche Teil bis zum Central Park erkundet – mit überwältigenden Sonnenuntergängen mit Blick auf Lady Liberty von der Brücke aus und das Häusermeer vom Dach des Rockefeller Centers aus. Da reichte manchem auch die 8 GB Speicherkarte kaum...
Glücklicherweise stellte sich beim Nachzählen auch immer wieder heraus, dass wir trotz rush-hour bedingter plötzlicher Gruppentrennungen in der U-Bahn am Ende noch vollzählig waren. Am Montag, dem 10. Oktober, ging es dann mit dem Linienbus zwei Stunden gen Westen nach Pennsylvanien, wo wir auf einer Haltestelle „in the middle of nowhere“ von den weißen Perkiomen-Kleinbussen von vier Lehrern (unter ihnen Betsy und Henry Hoffmann, die den Austausch organisieren und betreuen) abgeholt wurden, um zur kleinen Stadt Pennsburg gebracht zu werden, wo sich unsere neue Austauschschule, die Perkiomen School, befindet.
Der Gegensatz zu New York könnte kaum größer sein: Pennsburg wirkt sehr klein und fast verschlafen, mit den typischen roten Backsteinhäusern mit weißer Holzveranda und Schaukelstühlen, mit reichlicher Halloween-Dekoration, überdimensionierten Pick-up-Trucks vor jeder Garage, der amerikanischen Flagge an jeder Ecke.
newyork dsDie Perkiomen School hingegen verfügt über ein riesiges Areal, durchteilt durch die „Seminary Street“, auf dem die Campus-Gebäude, die Dorms, die Schulgebäude, die Bibliothek, die Dining-Hall in großzügigem Abstand voneinander stehen, dazwischen sehr viele äußerst gepflegte Grünflächen und Sportplätze, von denen wir hier nur träumen können. Der Gesamteindruck des Geländes bestätigt den Ruf der Privatschule mit Internat: Hier wird eine zahlungskräftige Elite oft ausländischer (asiatischer) „boarding students“ zusammen mit den „day students“ aus der Umgebung unter exklusiven Lernbedingungen auf College und Universität vorbereitet. Wie bei uns fangen die Klassen in Jahrgang 5 an und enden mit dem Abschluss in Jahrgang 12. Insgesamt hat die 1873 gegründete Perkiomen School aber nur ca. 350 Schülerinnen und Schüler, bei einem durchschnittlichen Lehrer-Schüler-Verhältnis von 1:7.  Dementsprechend überrascht waren unsere Zehntklässler auch, als sie sich im Unterricht mit oft nur 6 bis 8 Perk-Schülern wiederfanden.
Die angekündigte Strenge bei der Einhaltung des „dress code“ (Perkiomen-Schüler tragen Uniform oder die Schul-Sweatshirts zum Sport) wurde gleich am ersten Tag ad absurdum geführt – wir waren ausgerechnet zu Beginn der „spirit week“ gekommen, während derer – wohl im Vorfeld der Halloween-Feiern - allerlei skurrile Verkleidungen nicht nur erlaubt, sondern sogar gewünscht sind. Dabei hatten sich mehrere aus unserer Gruppe sogar „seriöse“ Klamotten oder Schuhe von Verwandten ausgeliehen, um nicht unangenehm aufzufallen...
Gleich am ersten Abend wurden bei einem gemeinsamen „German Dinner“ die Familien und ihre Gäste zusammengebracht – begrüßt von Betsy Hoffmann, deren zupackender, mütterlich-temperamentvoller Art ein großer Anteil am Erfolg dieses ersten Austausches zukommt. Und gleich musste sich das Schulenglisch in echter Konversation bewähren -  eine Herausforderung, die aber durch die entspannte Atmosphäre und die warmherzige Begrüßung keine Angst mehr auslöste.
usa schildIn den nächsten Tagen lernten unsere Deutschen sich einfinden in den amerikanischen Familienalltag, in den Schulablauf, in die Sprache; sie lernten den Campus kennen, den gemeinsamenTagesbeginn in der „chapel“, die Bibliothek (in der es für diejenigen, die keinen Computerplatz bekommen hatten, einen i-Pad gab), den Unterricht (anders!), „Robbie’s“ (die Caféteria mit sofort okkupiertem Billardtisch), die coolsten kids, die witzigsten Wörter, das Essensangebot der Dining-Hall (und der Fastfood-Ketten in Pennsburg), die Sportangebote am Nachmittag (einige Mädchen entwickelten besonders für die Jungs vom American Football eine gewisse Leidenschaft), den schuleigenen Fitness-Raum (Eric soll dort den Großteil seiner Freizeit verbracht haben), die Schulparty-Kultur beim „homecoming ball“ (tanzen auf kleinstem Raum).
Schulleiter Chris Tompkins nahm sich die Zeit für eine Frage- und Antwortstunde für die deutschen Schüler, in der sie viel über die Geschichte der Schule, aber auch über die Einflüsse deutscher Einwanderer in der Gegend, über „national stereotypes“ und über Pennsburg und Pennsylvanien erfuhren.
Auf den von Betsy organisierten Ausflügen in die Umgebung sah man: die mitteleuropäisch anmutende Landschaft (Laubwälder, bunt gefärbt, viele Mais- und Kürbisfelder, Farmen, Rinderherden), die deutsche Einwandererkultur, die von tiefer, strenger Gläubigkeit geprägte  Parallelwelt der Amish-People mit ihren Pferdekutschen und altertümlichen Gewändern, hübsche kleine Orte aus der Zeit des Unabhängigkeitskrieges, und, unvermeidlich: Outlet-Center („Shop till’ you drop“, schließlich hatte man extra viel Platz gelassen in den Koffern).
Auch Philadelphia, die Wiege der amerikanischen Unabhängigkeit, Ort der Unterzeichnung der Declaration of Independence und der Freiheitsglocke, stand auf dem Programm – und wir wurden sogar mit einem echten gelben Schulbus hingefahren.  
Am Ende der 14 Tage hatten sich einige so sehr in Perkiomen verliebt, dass sie sich hinter der heißgeliebten Eismaschine in der Dining-Hall verstecken wollten... Daraus wurde nichts, und der Abschied war entsprechend tränenreich.
Aber es gibt ja Skype und das Internet, und im März kommen die Amerikaner zu uns. Wir werden versuchen, sie mit der gleichen Wärme und Herzlichkeit zu empfangen und ihnen eine ebenso schöne Zeit zu schenken wie sie uns!
C. Heidkamp

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