Um unsere Schüler:innen darin zu stärken, sich für ein suchtfreies Leben zu entscheiden, war im achten Jahrgang die Suchttherapeutin Natalie Baumgart aus der Drogenhilfe Hildesheim e.V. zu Gast.

Nach einem kurzen Aufwärmspiel, in dem sich die Schüler:innen zu verschiedenen Aussagen aus dem Bereich des Drogenkonsums positionieren und ihre jeweilige Wahl begründen mussten, ging es zunächst vor allem um das Thema „Vapen“. Sehr interessant war für alle der Blick in das Innere einer Vape und schnell entstand darüber ein Gespräch, in dem Frau Baumgart mit ihrem umfassenden Wissen überzeugt und die Schüler:innen immer wieder zur Diskussion motiviert hat: Warum riechen Vapes so süß? Sind Vapes besser als Zigaretten? Wonach entscheidet man eigentlich, wie schädlich ein Stoff ist? Was ist überhaupt in Vapes drin? Ab welchem Alter darf man Vapes kaufen?

Schnell wurde deutlich, dass die Schüler:innen die Mechanismen durchschaut haben, die hinter der Produktion und Vermarktung von Vapes stecken: so ist es beeindrucken zu wissen, dass diese vor allem in China hergestellt werden, dort der Konsum von Vapes aber sehr streng reguliert ist und auch keine aromatisierten Vapes verkauft werden dürfen, wohingegen es hier für die Polizei kaum möglich ist, die Abgabe von Vapes an Jugendliche sowie das Vaperauchen für unter 18-jährigen konsequent zu ahnden. Ebenso wurde besprochen, dass die süßen Geschmacksrichtungen sich explizit an Minderjährige richten, um positive Erinnerungen, die mit diesen Gerüchen verbunden werden, zu wecken und die Jugendlichen zum Vapen zu animieren, obwohl es gesetzlich nicht erlaubt ist.

Ausgehend vom Vapen haben die Schüler:innen über weitere Süchte sowie anhand mehrerer Beispiele über die so genannte „Suchttreppe“ gesprochen – damit ist der Weg von einem gelegentlichen Gebrauch bis hin einer Abhängigkeit gemeint, die durch sechs Kriterien beschrieben wird, von denen wiederum drei über mindestens drei Monate bestehen müssen, damit man von einer Sucht spricht.

Abschließend wurde noch kurz über Schutzfaktoren gesprochen. Es spielt eine große Rolle, welche Strategien ein Mensch hat, z.B. mit Emotionen, Frustrationen, Konflikten und Langeweile umzugehen, welche Vorbilder eine Person hat und ob man sinnstiftende Aktivitäten (z.B. Hobbies) hat, in denen man Zugehörigkeit erlebt und positive Rückmeldungen bekommt.

Die Zeit ging viel zu schnell vorbei und wir sind dankbar, so viele Informationen und Gesprächsimpulse zum Thema erhalten zu haben. Wir hoffen, dass sich möglichst viele unserer Schüler:innen für ein Leben ohne Abhängigkeiten entscheiden werden und nun wissen, wo sie sich bei Fragen rund um das Thema Sucht Hilfe holen können (https://drobs-hi.de/kontakt/).

Ein besonderer Dank geht an den Freundeskreis des Gymnasium Andreanum Hildesheim e.V., der diese Workshops für alle Schüler:innen finanziert hat.

Für alle Eltern (vor allem) der Jahrgänge 7-10 findet am kommenden Mittwoch, 10.06.2026, um 18.30h ein Elternabend im Andachtsraum statt. Hier wird Frau Baumgart ebenfalls nach einem kurzen Impulsvortrag für Fragen und Gespräche zur Verfügung stehen. Wir hoffen auf eine rege Beteiligung. Auch Eltern aus anderen Jahrgängen sind herzlich willkommen.

Karen Stroberger, für das Beratungsteam

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