„Mischt euch ein!“
Was hat Europa mit Niedersachsen zu tun? Warum liegen seit Trumps Zoll-Politik in Brüssel die Nerven blank?
Und welche Rolle spielt unser Bundesland für die europäische Sicherheitsstrategie? Diese Fragen diskutierten die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 10 und 11 am Gymnasium Andreanum mit Melanie Walter, der niedersächsischen Ministerin für Europa und Regionale Landesentwicklung (SPD). Diese war frisch aus Brüssel anlässlich des Europatages am 9. Mai in den Telemannsaal gekommen – als Lobbyistin, wie sie selbst ihre Rolle als niedersächsische Europa-Ministerin charakterisiert.
Ihre Mission: Mut machen, Wege finden, Gemeinsamkeiten betonen. Bei aller Selbstkritik an lähmender Bürokratie und den derzeitigen Herausforderungen in der Sicherheits- und Wirtschaftspolitik dürfe man die Errungenschaften des Einigungsprozesses nicht vergessen. Neue Rahmenbedingungen bedürften eben neuer Lösungen: „Die Abschaffung des Einstimmigkeitsprinzips ist gerade die drängendste Frage in Brüssel, allein schon mit Blick auf die Präsidentschaftswahlen in Frankreich im Mai 2027“, warnte Melanie Walter. „Sollte es dann eine rechte europafeindliche Regierung geben, darf sie nicht die Macht haben, alle wichtigen Entscheidungen der EU zu blockieren. Wir müssen schleunigst das Mehrheitsprinzip einführen.“
Erfrischend optimistisch plauderte Walter aus dem Brüsseler Nähkästchen und wünschte sich von den Lernenden mehr Mut sich einzumischen, um dem Hass und den Fake News in den sozialen Netzwerken etwas entgegen zu setzen. Am Ende gab es Selfies mit der Ministerin und die Erkenntnis, dass Brüssel doch irgendwie vor der Haustür liegt.
