Schüler*innen

  Teenager treffen heute nur noch selten Zeitzeugen der Hitlerzeit. Dennoch ist vielen die Erinnerung an die Nazi-Gräuel wichtig. Am Holocaust-Gedenktag reinigten Hildesheimer Schüler "Stolpersteine" - und erzählten, was sie mit der NS-Zeit verbinden. Hildesheim (epd). Ausgerüstet mit Schwämmen und Politur steuern sechs Schüler ein Rechteck aus Messingplaketten im Gehweg vor einem Wohnhaus an. Kalter Nieselregen fällt, während der Berufsverkehr vorbeirauscht. Jannis Dill (15) holt einen Zettel hervor und liest aus dem Lebenslauf einer Frau vor, die hier vor mehr als achtzig Jahren lebte:...

Von Kathi Flau Vor 78 Jahren, am 27. Januar 1945, befreite die Rote Armee das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau – den Ort, der wie kein anderer für das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte steht. Seit 1996 ist dieser Tag bundesweit ein gesetzlich verankerter Gedenktag – auch in Hildesheim wird vielerorts an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert.

„Herbei oh Ihr Gläubigen“ spielten die Posaunen unter Leitung von Timothy Hope und Schüler:innen und zahlreiche Lehrkräfte strömten zu Beginn der großen Pause auf den Schulhof. Am 1. Dezember konnte unter Gottes Zusage „Fürchtet Euch nicht, Gott ist nah“ die von den beiden Oberstufenschülerinnen Pia Armerding und Sena Dablan gefertigte Metallkrippe eingeweiht werden.

Beim Gedenktag am Lappenberg-Mahnmal erinnern Redner an die Reichspogromnacht 1938 – mit den Details befassen sich auch israelische Schüler, die gerade zum Austausch in der Stadt sind. Von Johannes Kuhlmann